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Löwenzahn-Honig: Gut für die Leber

Löwenzahn-Honig

„Uih, sicher so eine aus der Jesusschlapfen-Fraktion“. In anderen Worten Birkenstockträgerin. Sie lächeln milde die Städter und denken sich so was in der Art, wenn sie mich im Wald treffen. Was ich tue? Ich pflücke Löwenzahn und esse die Stängeln. Beim Anbeißen tritt weißer Pflanzensaft aus und sie schmecken leicht bitter. Bei uns am Land machen die Leute das seit Jahrhunderten. Genauso wie Löwenzahn-Honig.

Löwenzahn-Honig: Bitter ist das neue Süss, Baby!

Ich habe schon als Kind meinen Papa dabei beobachtet, wie er die Löwenzahnstängeln aß. Und auch der tat das nicht ohne Grund. Es ist die simpelste Art, Bitterstoffe zu sich zu nehmen. Bitterstoffe sind eh für jeden, besonders aber für autoimmunkranke Menschen wichtig. Die haben bekanntlich oft Magensäure-Probleme. Bitterstoffe sind da quasi der heilige Gral. Die österreichische Kräuterkundige Maria Treben, die 1991 gestorben ist, setzte bei Abgeschlagenheit und Müdigkeit übrigens auch auf Löwenzahnstängeln. 14 Tage empfiehlt sie fünf bis zehn Stück am Tag zu knabbern. Selbst Diabetiker können davon profitieren. Damit aber nicht genug: Die jungen Löwenzahnblätter enthalten achtmal soviel Vitamin C, fünfmal soviel Eiweiß, doppelt soviel Kalium, Magnesium und Phosphor und 40mal soviel Vitamin A wie Kopfsalat. Löwenzahn hat 115 mg Vitamin C pro 100g essbaren Anteil, während Spinat nur mickrige 52 mg  hat. Gut Brennnessel hat 333 mg und die Hagebutte schlägt mit 1.470 mg sowieso alle anderen. Das mit dem Verarbeiten der haarigen Dinger ist allerdings noch mal eine andere Geschichte. Eine lange, mit kurzem Resümee. Das lautet: Ich bin mir nicht sicher, ob ich mir das noch mal antue.

Was kann der Löwenzahn sonst noch so?

Wirkt Löwenzahn stimulierend auf den gesamten Zellstoffwechsel, regt die Leberfunktion an, aktiviert die Hormonproduktion und wird generell zur Vorbeugung von Leber- und Gallenblasenproblemen empfohlen. Auch im Ayurveda und in der TCM wird Löwenzahn eingesetzt: Als entgiftendes Mittel bei Leberentzündung oder auch bei Harnwegsinfektionen.

Rezeptideen: Salat, Suppe, angebratene Knospen, Kaffee

Wie kann man Löwenzahn zu sich nehmen? Dünsten, roh als Salat essen oder zusammen mit Brennesseln als Suppe. Man kann die Knospen in Olivenöl anbraten, mit etwas Weißwein ablöschen und mit Meersalz verfeinern. Oder Du trocknest die Wurzeln in der Sonne, mahlst sie und trinkst sie als so genannten „Löwenzahnkaffee“. Gibt es übrigens auch bei Sonnentor neuerdings (unbezahlte Werbung). Davon brüht man für eine Tasse einen Teelöffel mit heißem Wasser auf. Und dann ist da noch der Löwenzahn-Honig, ein alternatives Süßungsmittel und eigentlich Thema dieser Seite (bis ich abgeschwiffen bin). Aber der Kreis schließt sich. Daher hier mein Rezept. Ist es vollbracht, macht sich der alternative Honig übrigens super in meinem selbst gemachten Kokosjoghurt. Beides ist – by the way –AIP-tauglich und sehr lecker.

Löwenzahn-Honig

Das Besondere an Löwenzahn-honig ist, dass es sich eigentlich gar nicht um „echten“ Honig handelt. Stattdessen ist es eine Mischung aus Zucker und Löwenzahnaroma in Sirupform. Löwenzahn wirkt auf die Verdauungsorgane anregend und unterstützt die Leber bei der Entgiftung.
Gericht: Honigersatz, Süssungsmittel
Land & Region: Österreich
Keyword: getreidefrei, glutenfrei, vegan

Zutaten

  • 3 Handvoll Löwenzahnblüten
  • 1 Liter Wasser
  • 1 Kilo Zucker
  • 3-4 TL Verjus (im Original 1/2 Zitrone; histaminfreundlich Verjus als Ersatz).

Anleitungen

  • Die Löwenzahnköpfe mit dem Wasser in einen Topf geben und mit dem Deckel zugedeckt zwei Stunden ziehen lassen.
  • Das Wasser mit dem Löwenzahn langsam einmal kurz aufkochen und wieder abkühlen lassen. Über Nacht stehen lassen.
  • In der Früh in einen neuen Topf abseihen, Zucker, Verjus dazu. Das ganze wieder aufkochen und über mehere Stunden köcheln.
  • Schaum abschöpfen.
  • Hat die Masse eine sirupartige, dicke Konsistenz, eben wie Honig, und Fäden zieht ist sie fertig. Wenn Du nicht sicher bist, gib eine kleine Menge auf einen kalten Teller, lass sie abkühlen und prüfe die Konsistenz im kalten Zustand.
  • Die Masse dann noch heiß in saubere Gläser abfüllen und gut verschließen. Gesamt ist der Löwenzahnhonig etwa acht Monate haltbar.
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Journalistin, Hashimoto-Hero, Kochwunderwaffe, Achtsamkeits-Anfängerin

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