Autoimmunprotokoll / Ernährung

AIP: Die Umsetzung und die Stolpersteine

Ein Ertrinkender streckt seine Hand aus. Da Bils steht stellvertretend für das Thema des Artikels: Probleme beim AIP.

Hast Du Dich entschlossen, das Autoimmunprotokoll durchzuziehen? Gratuliere. Guter Schritt. Aber Du wirst zwangsläufig auch auf Herausforderungen oder Probleme im AIP stoßen. Reden wir daher jetzt darüber. Ich will nämlich nicht, dass Du untergehst!

Ich habe mich monatelang nach dieser Eliminationsdiät der Biophysikerin Sarah Ballentyne ernährt, von daher: Super, wenn Du Dich entschlossen hast, auch damit zu starten. Denn das bedeutet: Du eliminierst in der nächsten Zeit das potenziell Böse unter den Lebensmitteln, isst antientzündlich. Runtergebrochen ernährst Du Dich von wild gefangenen oder Bio-Fischen und Meeresfrüchten, Biofleisch, Bio-Innereien und Bio-Gemüse (außer Nachtschatten). Verwenden darfst Du auch einige Kräuter und Gewürze, und alles aus Kokos und Erdmandeln. Womit Joghurt und Milchersatz gesichert sind. Doch bevor wir zu den Problemen im AIP kommen, noch mal die Grundlagen:

Die Basics des AIP:

Was isst man denn da eigentlich im AIP?

Gemüse & Salat: Jedes Gemüse und jeden Salat mit Ausnahme von Nachtschattengewächsen. Dh. Tomaten, Paprika, Auberginen, Pfefferoni und Kartoffeln sind raus.
Obst: Alle Obstsorten in Bio und in Maßen
Fleisch und Fisch: Jedes Fleisch aus artgerechter Biohaltung, bis zu vier mal pro Woche Innereien, alle Fischsorten und Meerstiere, aus Wildfang oder Biohaltung.
Öl: Avocadoöl (kaltgepresst)· Speck, · Kokosöl (extra virgin)· Schmalz (Bio)· Olivenöl (extra vergine)
Gewürze: Basilikum· Dill· Estragon· Fenchelgrün (keine Fenchelsamen!)· Ingwer· Kamille· Kerbel· Knoblauch· Koriandergrün (keine Koriandersamen!)· Kurkuma · Lavendel· Lorbeerblatt· Majoran· Kren · Limettenblätter· Muskatblüte (keine Muskatnuss!). Nelken· Oregano· Petersilie· Pfefferminze· Rosmarin· Safran· Salbei· Salz· Bohnenkraut· Schnittlauch· Thymian· Zimt· Zitronengras· Zitronenmelisse · Zwiebelpulver
Süßungsmittel: Honig, Ahornsirup
Mehle: Kokosmehl und Maniokmehl. Letzteres gibt es mittlerweile schwermetallkontrolliert aus deutscher Produktion.
Milchalternativen: Kokosmilch und Erdmandelmilch (selbst gemacht).

Und was geht nicht im AIP?

Getreide· Milchprodukte· Pflanzenöle (außer Avocadoöl und Olivenöl)· Hülsenfrüchte· Zusatzstoffe (Alle Es sind raus) Nachtschattengewächse (Kartoffeln, Paprika, Tomaten, Auberginen etc. und auch Gewürze wie Curry, Paprika, Chilli)· Eier· Nüsse· Samen (zb. Koriandersamen, Kümmel, Fenchelsamen, Sesam und Mohn)· Alkohol· Süßstoffe

Problem Nr. 1 beim AIP: „Ich werde nicht satt!“ oder wahlweise „Ich verliere zu viel Gewicht!“

Bleibst Du hungrig, oder aber es purzeln zu viele Kilos ungewollt, liegt der Fehler in der Regel darin, zu wenige Kohlehydrate ins Essen einzubauen. Man kann das AIP Low Carb machen. Ja. Grundsätzlich ist es aber nicht so angelegt von der Erfinderin. Erlaubte Kohlehydrat-Quellen gibt es sogar regionale: Süßkartoffel, Karotten, Kürbis, Sellerie und Pastinake. Sehr gemocht habe ich auch Kochbananen. Damit lässt sich sehr viel machen; meine Kochbananenbrötchen zum Beispiel. Oder meine Kochbananenpitas. Kochbananen bekommst Du in jedem Asiashop. Yams, Taro und Maniok sind auch erlaubt, die Beschaffung ist aber manchmal nicht ganz so easy.

Problem Nr. 2: „AIP ist mir zu teuer!“ „Bio sowieso!“

Ich glaube, wer bereit für eine restriktive Ernährungsform wie das Autoimmunprotokol (AIP) ist, der muss auch bereit sein, umzudenken. Und zwar, was die Art und Weise betrifft, wie wir Lebensmittel produzieren und wie wir mit Nutztieren umgehen. Wenn Du da noch skeptisch bist, dann lass Dich von mir hier überzeugen, künftig Bio zu essen.

Meine Tipps, um Probleme beim AIP zu lösen:

  • Bei Fisch und Meeresfrüchten bist Du mit Wildfang besser bedient. Der Rest ist konventionell billiger, aber Du wirst dank Pestiziden den halben Erfolg haben. Denk an das Jenke-Experiment zum Thema „Lebensmittel mit Pestiziden essen.“ Dem guten Mann ging es ziemlich schlecht dabei.
  • Baue Dein Gemüse selbst an. Denn so bist Du sicher, was wirklich drin ist. Auf meinem Balkon gedeihen Gurken, Zucchini, Erdbeeren, Himbeeren, Zitronen. Es wird Dir gefallen, weil Du an der frischen Luft bist und das Ernten ein echtes Erfolgserlebnis ist.
  • Schau, ob Du in Deiner Nähe einen Biobauern findest. Suche auch online, viele verschicken.
  • Du kannst außerdem zwischen Biokisten, solidarischer Landwirtschaft und Foodkooperativen wählen. Vielleicht rentiert sich eines davon für Dich und Du kommst so an besonders tolle Produkte?
  • In Biosupermärkten gibt es Halbpreis-Schütten. Ich liebe sie, weil es dort gute Waren zu einem super Preis gibt und ich damit auch dazu beitrage, dass weniger Lebensmittel weggeworfen werden.
  • Discounter sind bei Bio günstiger. Mein letzter Schnapper war beispielsweise ein Blumenkohl/Karfiol um 1,49 (3,99 Biosupermarkt).⠀
  • Vieles kannst Du selbst herstellen. Zum Beispiel Kokosjoghurt oder Erdmandelmilch. Ich habe beides immer selbst gemacht. Als Resultat habe ich geschmackliche Burner-Produkte erhalten, gar nicht mit Supermarktprodukten zu vergleichen.

So jetzt weißt Du, wie Du die gängigsten Probleme beim AIP löst.

Wenn Du Dir jetzt noch die Frage stellst: „Was soll ich denn da kochen?“
Und: Muss ich jetzt für immer so essen? Hier habe ich die Antworten für Dich!

Avatar About Author

Journalistin, Hashimoto-Hero, Kochwunderwaffe, Achtsamkeits-Anfängerin

4 Comments

  • Avatar
    Kristine Fredriksson
    24. Mai 2020 at 0:00

    Liebe Alexandra, ich gratuliere, super Seite, tolle Bilder, klasse geschrieben. Wünsche Dir viel Erfolg damit! LG aus Essen, Kristine

    Reply
  • Avatar
    Alexandra
    24. Mai 2020 at 12:47

    Danke, liebe Kristine. Über Feedback aus so berufenem Munde freue ich mich besonders!

    Reply
  • Avatar
    Bella
    30. März 2022 at 15:47

    Hi Alexandra, sind Kastanien in der AIP Ernährung erlaubt? LG, bella

    Reply

Leave a Reply