Hauptgerichte

Seelenwärmende, glutenfreie Maronenquiche

Ein Stück glutenfreie Maronenquiche auf einem gelben Teller – milchfrei, ballaststoffreich und herbstlich gewürzt.

Französisch geht im Hause Autoimmun Lifestyle immer. Und diese glutenfreie Maronenquiche ist délicieux. Mastzellstabilisierend durch die Zwiebeln, ballaststoff- und B-Vitamin-reich durch die Maronen. Dazu noch glutenfrei und ohne Milchprodukte. Bon appétit!

„Wärst du ein Gericht, was wärst du?“, habe ich Alexandra letztens in einer launigen Minute gefragt. Gleich nach Zwetschgenknödel und lauwarmem Apfelkuchen kam Quiche. Bitte, ich bin ja der Meinung, sie sollte dringend einen Gentest machen, um mal nachzusehen, ob sie nicht doch französische Wurzeln hat. Aber gut, ihr Wille geschehe. Also habe ich eine glutenfreie Maronenquiche erfunden. Und als die dann im Ofen vor sich hin garte, wusste ich es plötzlich: Freundin A. hat recht. Es gehört nicht nur viel mehr geschmust, sondern auch viel mehr französisch gekocht.

Zwiebeln als Quercetinquelle bei Histaminproblemen

Um eine ordentliche Menge beruhigendes Futter für die verrückten Mastzellen zu liefern, kommt diesmal eine ganze weiße Zwiebel in die Quiche. Weiße sind die histamin-ärmste Variante unter den Zwiebeln, die gleichzeitig mastzellstabilisierendes Quercetin liefert. What the Hell is Quercetin? Ein gelber Naturfarbstoff aus der Gruppe der Polyphenole und Flavonoide, der als natürliches Antihistaminikum fungiert. Er kommt ua. in Zwiebeln und Äpfeln vor. Kyra Kauffmann schlägt in Der Histaminirtum nicht umsonst vor, zwei Äpfel pro Tag zu essen. Aber zurück zu den Zwiebeln. Tatsächlich enthalten rote Zwiebeln das meiste Quercetin. Aber wir kochen histaminarm. Also wählen wir prophylaktisch die verträglichste Variante.

Maronen für Ballaststoffe, B Vitamine und Darmgesundheit

Maronen punkten mit fettlöslichen B-Vitaminen und Mangan. Aber: Sie tun auch eine Menge für den Darm. Denn sie sind voller Ballaststoffe. 100 Gramm liefern etwa 9 Gramm Ballaststoffe – empfohlen sind von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) übrigens 30 Gramm Ballaststoffe pro Tag. Aber bitte trinkt unbedingt genug. Sonst kann es zu Verstopfungen kommen, wenn ihr viele Ballaststoffe zuführt.

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Milchfreier Guss für deine glutenfreie Maronenquiche – so gelingt er

Lange haben wir zusammen an einem Guss für die glutenfreie Maronenquiche getüftelt, der komplett ohne Milchprodukte auskommt. Am Ende war die Lösung viel einfacher, als gedacht. Gut, das ist meistens so. Es zeigte sich, dass Kokosjoghurt der Trick ist. Kokosjoghurt als Guss funktioniert genauso gut mit Ei, wie die übliche Sahne.

Die glutenfreie Maronenquiche ist cool, gibt es Varianten davon?

Na selbstverständlich. Wenn du nach dem Backen dieser Quiche heiß auf weitere Varianten bist, versuche unbedingt auch diese: Milchfreie Mangold-Hokkaido-Quiche und Quiche mit Kürbis & Birne.

Glutenfreie Maronenquiche

Eine herzhafte, milchfreie Quiche mit Maniokmehl-Boden, Maronen und Kohlsprossen (Rosenkohl).
Vorbereitungszeit25 Minuten
Zubereitungszeit40 Minuten
Gesamtzeit1 Stunde 1 minute
Gericht: Hauptgericht
Küche: Frankreich
Keyword: glutenfrei, histaminarm, lektinfrei
Servings: 4 Portionen
Calories: 360kcal
Author: Andrea Knura

Zutaten

Für den Teig

  • 100 g Maniokmehl
  • 3 g Salz
  • 80 g tief gekühltes Schmalz oder Ghee, Schmalz funktioniert aber besser
  • 60 ml eiskaltes Wasser
  • 1 EL Apfelessig

Für den Belag

  • 1 Stück weiße Zwiebel
  • 1 Knolle Sellerie (klein)
  • 250 g Kohlsprossen
  • 10-12 Stück vorgegarte Maronen
  • 1 EL karamellisierter Knoblauch
  • 1 Prise Kurkuma
  • Salz, Pippali & Olivenöl

Für den Guss

  • 400 g Kokosjoghurt
  • 8 Wachteleier 2-3 Hühnereier bei Verträglichkeit
  • Meersalz nach Belieben
  • 1/2 TL frisch geriebener Muskat

Anleitungen

Teig vorbereiten

  • Mehl und Salz in einer Schüssel vermischen. 
  • tief gekühltes Schmalz (oder Ghee) grob reinreiben und verkrümeln.
  • Das Wasser mit dem Essig mischen, darüber geben und rasch eine Teigkugel kneten.
  • In Frischhaltefolie wickeln und 30 Min in den Kühlschrank legen. Vor dem Verarbeiten wieder rausnehmen und erneut 30 Minuten ruhen lassen.

Gemüse-Belag vorbereiten

  • Zwiebel schälen und in Ringe schneiden. In etwas Olivenöl langsam garen, so wird der Zwiebel leicht süßlich.
  • Karamellisierten Knoblauch beigeben – oder Knoblauch klein gehackt und etwas Honig.
  • Sellerie in kleine Würfel schneiden, zum Zwiebel geben mit Salz würzen und weiter garen. Wenn der Sellerie weich ist vom Herd nehmen und auskühlen lassen.
  • Kohlsprossen (Rosenkohl) putzen, in ein Sieb geben und über einem Topf mit kochendem Wasser dämpfen. Dazu am besten einen Deckel auf das Sieb geben. Nach Ca. 10 Minuten ist das Gemüse gut weich.
  • Zwiebel-Sellerie und Kohlsprossen (Rosenkohl) vermengen und mit Salz und Curcuma würzen.
  • Das Gemüse auf dem Quiche-Boden verteilen

Guss anrühren

  • Alle Zutaten miteinander verrühren und die Quiche damit übergießen.

Quiche zusammensetzen

  • Den Teig mit Fingern in eine 26-28 cm-Qiche-Form pressen (ausrollen hat bei mir nie funktioniert)
  • Das Gemüse darauf verteilen, den Joghurt Mix darüber leeren, verteilen, glatt streichen

Backen

  • bei180 °C Ober/Unterhitze ca. 35-40 Minuten backen.
  • In der Zwischenzeit Maronen halbieren und mit etwas karamellisiertem Knoblauch langsam wärmen. Sie kommen als „Topping“ auf die Quiche, wenn sie fertig gebacken ist.

Notizen

  • 💡 Hinweis: Die Schweizer SIGHI-Liste bewertet Knoblauch und Muskat mit 1, also „in Maßen verträglich“. Alle Rezepte auf dieser Seite basieren auf Zutaten, die von SIGHI mit 0 oder 1 eingestuft wurden. Sind Knoblauch und Muskat nun problematische Histaminliberatoren? Diese Zusammenhänge sind wissenschaftlich nicht ausreichend belegt (Quelle: Kyra Kauffmann, Der Histaminirrtum: das Praxisbuch 2025). Bitte beobachte, wie du persönlich reagierst.
  • Du kannst fein gehackten Thymian oder frischen Estragon in den Guss geben. Das verleiht der glutenfreien Maronenquiche ein noch französischeres Aroma.
  • Diese Quiche ist dank der Maronen und dem Kokosjoghurt nährstoffreich, sättigend und ideal für ein herbstliches Mittagessen. Wenn du eine kleinere Portion oder einen Salat dazu servierst, kannst du die Portion natürlich entsprechend anpassen (z. B. 8 Stücke = ca. 360 kcal pro Stück).

4 Comments

  • Susanne Favreau
    3. Juni 2022 at 14:04

    Liebe Andrea, Liebe Alexandra,

    Danke für das tolle Rezept. Ich hab es noch nicht ausprobiert, aber Wachteleier habe ich mir schon mal besorgt, da es welche im Supermarkt um die Ecke gab.
    Es ist mein erster Anlauf mit diesem Protein.
    Habt Ihr einen Trick, wie man die Eier „aufschlägt“ ohne sie komplett zu zerstören? Die Schale ist sehr weich, die Membran darunter dafür extra resistent, was eine Eierspeise mit reichlich Schalenstückerln ergeben hat. Geschmeckt hat es trotzdem!

    Danke im Voraus, ganz liebe Grüße,
    Susanne

    Reply
  • Marta
    15. Juni 2024 at 15:05

    Liebe Alexandra,
    das Rezept hört sich fantastisch an, ich müsste es nur vegan abändern. Sind Kastanien denn Lektinfrei?
    Danke.
    Alles Liebe für Dich,
    Marta

    Reply
    • Alexandra Binder
      Alexandra Binder
      16. Juni 2024 at 8:58

      Hallo Marta, ja die Maronen sind lektinfrei. Du könntest ein Leinsamen-Ei versuchen. Leinsamen sind lektinfrei. Dafür 3 EL heißes Wasser mit 1 EL gemahlenen Leinsamen (bitte immer frisch mahlen) verrühren und ca. 5 Minuten quellen lassen. Statt Schmalz wäre eisgekühltes Kokosöl möglich, denke ich. Bitte gib mir gern Feedback!

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