Energielos und fast schon auf dem Weg in den Supermarkt, um Schrott-Brot zu kaufen? Du brauchst mein schnelles glutenfreies Sorghum-Brot, das Du auch semibegabte Bäcker:innen in 10 Minuten im Ofen haben. Es hat nur sechs Zutaten, und mich ohne Schmäh zigfach vor Fehlgriffen bewahrt!
Es gibt sie, diese Tage, an denen alles schief geht. Ich kenne sie zur Genüge. Und ich weiß auch, wie schnell man alle guten Vorsätze über Bord wirft. Dann wirft man sich ungesundes Zeug aus dem Supermarkt ein, weil einem allein der Gedanke daran, sich in die Küche zu stellen, und etwas zuzubereiten, Schaudern verursacht. Genau aus diesem Grund, versuche ich, super einfache, aber nährende, wertige Rezepte weiter zu geben. Mein schnelles glutenfreies Sorghum-Brot gehört dazu. Ich schwöre, Du brauchst nicht länger als 10 Minuten zur Zubereitung. Und, bitte zuhören, liebe Männer: Der Z. ist der lebende Beweis, dass dieses Brot auch semibegabte, Männer hinkriegen.
Schnelles glutenfreies Sorghum-Brot: Es braucht nur zwei Steps
Zuerst schmeißt Du die feuchten Zutaten zusammen in eine Schüssel, dann die trockenen in eine andere. Am Ende vermischst Du beide und formst aus dem Teig einen Leib. Das ist der ganze Zauber. Abgesehen von der Simplizität der Herstellung, ist was das Beste an meinem Sorghum Brot? Dass es kein bisschen „kuchig“ schmeckt. Bekanntlich tun das Brote aus Mandelmehl & Co. gern. Eh, kuchige Brote sind ok, aber halt nicht Brot im Sinne von Brot.
What the Hell is Sorghum?
Auf Instagram habe ich gestern eine Umfrage gemacht und erschüttert festgestellt, dass 30 Prozent der Teilnehmer:innen keine Idee davon hatten, was Sorghum ist. Darum hier mal eine kleine Aufklärung: Sorghum ist ein Spelzgetreide aus der Familie der Süßgräser, eine Hirseart mit relativ großen Körnern. Ursprünglich ist Sorghum in übrigens in Äthiopien beheimatet. Und so sieht sie aus:

Was kann Sorghum? Oder in unserem Fall das schnelle glutenfreie Sorghum-Brot? Erst Mal gibt es Energie. Yep, genau. Es hat mir in energielosen Zeiten unzählige Male den Hintern gerettet. Ich kann es nicht anders sagen. Sorghum besteht zu 70 Prozent aus Stärke, von daher kommt die Energie. Die enthaltene große Menge an Ballaststoffen hält Dich lange satt und tut der Verdauung gut. Bekanntlich nehmen wir eh alle zu wenige Ballaststoffe auf. Ja, Verallgemeinerung. Ich weiß. Aber es ist was dran. Darüber hinaus liefert Sorghum eine gute Portion pflanzliches Eiweiß.
Das Sorghum-Brot punktet mit Mineralstoffen
Als da zu nennen wären: Phosphor, Eisen, Zink, Calcium und Kupfer. Nicht schlecht, Herr Specht, oder? Dazu kommen in manchen Sorten B-Vitamine und ganz spezifische weitere Inhaltsstoffe, die das Nährstoffprofil dieses Getreides besonders interessant machen: So hat eine Studie ergeben, dass eine schwarze Sorghum-Sorte viele Pflanzenfarbstoffe (Anthocyane) enthält, die eine starke antioxidative Wirkung haben.

Und gibt´s auch Nachteile?
Sorghum enthält wie alle Hirsearten Nickel. Wenn Du eine Nickel-Kontaktallergie hast (der Klassiker sind juckende Ohren bei Ohrringen jedweder Art), taste Dich langsam ran und beobachte die Reaktion Deines Körpers. Ich habe eine Nickel-Kontaktallergie und gerade eine Hafer-Eskapade hinter mir, die ich nicht mehr wiederholen werde. Könnte beim Hafer aber nicht nur am Nickel liegen, sondern auch am Lektin des Hafers, dem Avenin. Auf Sorghum dagegen reagiere ich nicht. Aber es gibt natürlich Alternativen. Mein Maniokbrot, das Kochbanen-Fladenbrot oder mein Hirsebrot mit Hefe zum Beispiel! Letzteres kommt übrigens wirklich an glutenhaltiges Brot ran vom Geschmack!
Mein Sorghum-Mehl beziehe ich übrigens von Süss und Clever. Es hat Bio-Qualität, und das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt. Noch Fragen? Nein? (Das ist das praktische am einsamen Schreiben, keiner nervt mit klugen Fragen). Also dann, los ran ans Backen, Grazien! Übrigens gibt es eine Videoanleitung für dieses Rezept auf meinem Instagram-Account.
Lektinfreies, histaminarmes, glutenfreies Sorghum-Brot
Zutaten
- 2,5 Cups (400 g) Sorghum Mehl
- 2 TL Backpulver
- 3/4 TL Meersalz
- 1/2 TL Natron
- 2,5 Cups ((593 mL) Wasser
- 1 EL Verjus (bei Verträglichkeit Apfelessig)
- 1/3 Cup (27g) Flohsamenschalen
Anleitungen
- Backrohr auf 180 Grad Ober/Unterhitze aufheizen
- Wasser, Essig und Flohsamenschalen in einem Gefäß mischen und 5 Min quellen lassen
- Die trockenen Zutaten in ein anderes mischen.
- Dann die Flohsamenmischung zu dem Mehlmix und eine Rechteckige Form formen.
- In einer mit Backpapier ausgelegten Form bei 180 Grad 90 Min Backen.
- Ganz auskühlen lassen vor dem Anschneiden
21 Comments
Nicki
16. August 2023 at 23:18Liebe Alexandra,
leider ist das Sorghum-Mehl gerade nicht zu bekommen.
Meinst du, dein Rezept funktioniert auch mit „normalem“ Hirsemehl (wird wohl Goldhirsemehl sein) oder verhält sich Sorghum-Mehl anders als Goldhirsemehl?
Liebe Grüße
Nicki
Alexandra Binder
17. August 2023 at 12:46Liebe Nicki, Du kannst das Sorghum Mehl in diesem Rezept völlig problemlos mit Hirsemehl ersetzen!
Gabriela
23. August 2023 at 17:20Liebe Alexandra!
Bin begeistert von deinem Sorghum Hirsebrot.
Ich backe es mal so, mal mit Goldhirse.
Als ich gar kein anderes Brot essen durfte, hat es mich gerettet. Vielen Dank!
Alexandra Binder
24. August 2023 at 21:54Das freut mich wirklich sehr. Ja, Du kannst das Sorghummehl problemlos mit Hirsemehl tauschen, auch mit Teffmehl.
Vera Kutzner
16. September 2023 at 18:01Liebe Alexandra,
Leider gibt es in Namibia kein Flohsamenmehl.
Was kann ich anderes nehmen?
MfG aus Swakopmund,
Vera
Alexandra Binder
16. September 2023 at 19:06Liebe Vera, leider lässt es sich hier nicht ersetzen. Kannst Du es vielleicht auf Amazon bestellen?
Elena
8. November 2023 at 22:59Hallo Alexandra!
Ich habe dein Sorghumbrot nachgebacken und es war echt lecker. Ich habe dafür Flohsamenschalen benutzt und das Brot erschien mir irgendwie nicht so fluffig wie bei dir auf dem Bild. Ich frage mich, ob du gemahlene oder ungemahlene Flohsamenschalen verwendet hast, den es gibt da schon einen Unterschied in der Konsistenz.
Liebe Grüße,
Elena
Alexandra Binder
8. November 2023 at 23:35Liebe Elena, ich verwende immer gemahlene Flohsamen, meist von Süss und Clever. Schau Dir mal das Video dazu an. Vielleicht hilft es Dir https://www.instagram.com/reel/Coxr7Rag3lS/?igshid=dzNvZDQ5NTB6cTBq
Birgit Herbort
21. Mai 2024 at 21:14Liebe Alexandra,
Ich hab Sauerteig und backe immer sauerteigbrötchen und Brot. Ich würde das Sorghumbrot gern mit Sauerteig backen. Hast du da auch Erfahrung mit ob das bei deinem Rezept funktioniert und wenn ja was muss ich ändern?
Mit lieben Gruß Birgit
Alexandra Binder
22. Mai 2024 at 10:50Liebe Birgit, da kann ich im Momment keine wirklich sinnvolle Antwort darauf geben. Ich höre mich mal um. Selbst habe ich gar keine Erfahrung damit, wie man Backpulver mit Sauerteig ersetzen kann.
Christin
5. Juli 2024 at 14:40Super Rezept. Ich backe schon lange glutenfreie Brote. Das aber, das ist der Wahnsinn!
Kann man mit dem Teig evtl. auch Pizza machen?
Lg
Alexandra Binder
5. Juli 2024 at 15:41Liebe Christin! Vielen Dank für Dein Feedback. Das freut mich wirklich sehr. Ob das ein Pizzateig sein könnte, das ist eine interessante Frage. Persönlich kann ich mir Pizza nicht wirklich ohne Hefe vorstellen. Aber man soll ja nie nie sagen. Versuch es, und gib bitte unbedingt Bescheid!
Christine Meyer
19. Oktober 2024 at 16:33Liebe Alexandra,
das Brot ist einfach köstlich!
Ich habe den Teig im flachen Backblech gebacken und ein schönes flaches Fladenbrot erhalten- mit leicht knuspernder Oberfläche. Danke dir!
Alexandra Binder
23. Oktober 2024 at 10:36Wow, liebe Christine. Toll. Das freut mich, dh. Du hast den Teig rund gebacken? Als Fladenbrot. Spannende Variante. Danke für Deine Erfahrung!
Anna-Lena
9. November 2024 at 11:03Das Rezept hört sich wunderbar an, möchte ich unbedingt bald ausprobieren. Ich frage mich allerdings, ob es ein lektinfreies und histaminarmes (MCAS-konformes) Backpulver gibt? Ich habe noch keines gefunden.. Vermutlich ist es am einfachsten, es mit Natron zu ersetzen!?
Alexandra Binder
15. November 2024 at 12:05Liebe Anna-Lena, Du kannst Backpulver relativ einfach selbst herstellen, auch ohne Weinstein.
2 Teelöffel Ascorbinsäure (Vitamin C)
2 Teelöffel Tapiokastärke
1 Teelöffel Natron
Im Handel gibt es bei dm ein Weinsteinbackpulver mit Tapioka (normal ist Maisstärke das Trennmittel). Es ist aber Zitronensäure enthalten. Ich vertrage es gut, aber das müßtest Du testen. Alles Liebe! Alexandra
Danila
18. November 2024 at 12:11Das Rezept klingt richtig gut..Kann ich den Verjus auch einfach weglassen?
Alexandra Binder
21. November 2024 at 11:14Liebe Daniela, Du kannst statt dessen Apfelessig nehmen, wenn Du ihn verträgst, eine Säurekomponente brauchst Du.
Viele liebe Grüße Alexandra
Margarete
6. Januar 2025 at 14:11Hallo Alexandra
Vielen Dank für das Rezept. Versus kannte ich nicht, habe also Apfelessig genommen.
Leider hatte ich ausnahmsweise nicht genug Flohsamen im Haus, habe sie z. T. mit Chiasamen ersetzt. Der Teig war nicht formbar, eindeutig zu flüssig bei mir, aber praktisch für die Kastenform. Das erste Mal, dass ich Sorghum probiere, interessanter Geschmack aber nicht schlecht, eindeutig weniger gewöhnungsbedürftig als Buchweizen. Bei mir schien das Brot nach 45-60 Minuten bereits fertig gebacken, kein Teig klebte an der Gabel. Es schmeckt nach Brot, die Konsistenz ist fuer mich jedoch weicher. Wirklich ein sehr einfaches Rezept, wenn es noch meinem Mann schmeckt sicher ein Rezept zum Wiederholen.
Jetzt weiss ich endlich wie Sorghum schmeckt.
Alexandra Binder
6. Januar 2025 at 18:43Liebe Margarete, Chia Samen binden leider nicht sogut wie Flohsamen, daher war der Teig vermutlich sehr feucht. Umso cooler, dass es trotzdem geklappt hat.
Natascha
6. Februar 2025 at 21:53Hallo Alexandra,
ich möchte das Brot gerne nachbacken, der Haken scheint aber das Backpulver zu sein, da ich auch auf Histamin achte.
Habe nun nach langer Suche bei Sunday Natural ein Weinsteinbackpulver gefunden, das nur aus Kaliumhydrogentartrat besteht.
Könnte das funktionieren?
Liebe Grüße