Nicht ins missionarische Lager zu überstellen, ist zwischenzeitlich ganz schön schwer. Dauernd muss ich mich am Riemen reißen, um nicht in eine Missionarsstellung zu geraten. Letztens wollte ich sogar fast einen Wildfremden mit meinem Wissen über Lebensmittel belasten. Einkaufen ist eine Challenge.
Einkaufen heißt in meinem Fall: Ein bisserl zwänglerisch zu beobachten, was der Rest der Menschheit so an verwerflichem in sein Einkaufswagerl schmeißt. Immer wenn ich Billigbrötchen, hochindustriell verarbeiteten Mist, Bodenhaltungs-Eier und Co. am Fließband vor mir sehe, muss ich mich beherrschen. Es ist eine Challenge für mich, mich (noch) voll zurückzuhalten und denjenigen nicht beherzt anzupöbeln. Das ist nicht ganz lustig. Na ja gut, manchmal schon.
Besonders wenn Männer einkaufen, werde ich oft zum Pulverfass
Wenn es sich beim Rest der Menschheit um Männer handelt, dann lautet das Credo oft: Gib dem Affen Zucker, Zusatzstoffe und Fett und ertränke das Ganze dann in billigem Fusel, sag ich nur. . . womit wir die Klischees auch bedient hätten. Und nein, kein Hate, sondern meine persönliche Sicht.

Noch hält der Riemen. Noch habe ich keinen außer dir angeödet mit einem Vortrag über nährende Nahrung und die böse Industrie, die alles andere außer die verklopft. Aber das Pulverfass brodelt. Wobei auch ein bissel Neid an der Brodelei schuld ist, muss ich sagen. Auf die, die noch unbedarft einkaufen, es sich schmecken lassen und nicht dauernd in Missionarsstellung gehen. Mahlzeit allerseits.
Wenn du eine weitere Kolumne lesen willst, wie wäre es mit „Kunst kommt von künstlich“.

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