Ernährung / Mastzellen stabilisieren

Alleskönner Zichorie

Zichorie

Im Zuge meiner Suche nach mastzellenstabilisierenden Lebensmitteln bin ich zuerst auf den Chicorée gestoßen. Dann kam die Zichorienwurzel. Die ist sozusagen ein Familienmitglied ersten Grades. Wer Histaminprobleme oder Mastzellenprobleme hat, für den gehört die Zichorie quasi zur Grundausstattung. Bitte, ja, sie ist natürlich etwas bitter. Aber bekanntlich liebt unsere Leber Bitterstoffe. Und was unsere Leber liebt, lieben wir auch.

Aber wer oder was ist die Zichorienwurzel überhaupt?

Die Zichorie ist eine mehrjährige krautige Pflanze der Löwenzahnfamilie mit den schönen blauen Blüten. Ihre Zuchtformen wie Endivien oder Chicorée werden wegen ihrer Salatblätter angebaut. Die Zichorien-Wurzel selbst ist ein bisschen holzartig und wird aufgrund ihrer faserigen Zusammensetzung nicht im Dünndarm verdaut. Sie behält ihre Form, wenn sie in den Dickdarm gelangt.

Die Zichorie heißt eigentlich Gemeine Wegwarte, und zählt zur Familie der Korbblütler (Asteraceae). Sie ist eine ausdauernde Pflanze und wird bis zu 100cm hoch. Die blauen Blüten erscheinen von Juli bis Oktober. Man findet das mehrjährige Kraut an Straßen- und Wegrändern, Bahndämmen sowie auf Schuttflächen. Und: sie hat eine Menge cooler Titel aufzuweisen: Zum Beispiel „Gemüse des Jahres 2005“; „Blume des Jahres 2009“ und „Heilpflanze des Jahres 2020“.

Traditionell behandelt man mit der Zichorie Gelbsucht, Lebervergrößerung, Gicht oder Rheuma. Und die Zichorie kann noch einiges mehr. Sie punktet mit essenziellen Spurenelementen. Wobei hier Eisen, Zink, Selen, Jod, Vorstufen zum Vitamin A, B- Vitamine, Folsäure, Vitamin C, Inulin sowie Intibyn zu nennen sind.

Reden wir zuerst über Inulin

Inulin, das ist eine Art pflanzliches Kohlenhydrat, das von Verdauungsenzymen nicht abgebaut werden kann. Es wird sowohl als lösliche Faser als auch als Präbiotikum klassifiziert. Weil Inulin leicht süßlich schmeckt und wenig kostet, wurde es bei Engpässen immer schon in Kombination mit Kaffee verwendet. In den USA liebt man heute noch den Kaffee nach New Orleans-Art heiß. Das ist eine Mischung aus normalem oder koffeinfreiem Kaffee und Zichorienwurzelpulver. Lösliche Ballaststoffe wie Inulin können aber auch Wasser speichern, und sich verdicken. Lebensmitteln gibt es mehr Masse. Daher findet es sich gern in Eiscreme, trinkfertigen Protein-Shakes oder glutenfreiem Brot. Zudem verlangsamt Inulin die Zeit, die ein Lebensmittel benötigt, um in den Körper zu kommen. Will heißen, wir fühlen uns länger satt und der Blutzuckerspiegel bleibt stabil.

Zichorienextrakt wirkt entzündungshemmend

Die Zichorie ist außerdem eine großartige Quelle für pflanzliche Polyphenole. Das sind natürliche Verbindungen, die Entzündungen bekämpfen. Arthrose wird damit zum Beispiel durchaus erfolgreich behandelt. In einer Studie wurden 18 Teilnehmer über 50 Jahre mit Arthrose der Hüfte oder des Knies einen Monat lang mit Zichorienextrakt behandelt. 13 zeigten eine 20-prozentige Verbesserung der Reaktion auf Schmerzen und Steifheit. Und obwohl weitere Untersuchungen dazu noch erforderlich sind, geht man davon aus, dass die Zichorie auch Symptome lindert, die durch Autoimmunerkrankungen wie die Hashimoto verursacht werden.

Die Leber freut sich

Der Zichorienwurzelextrakt kann außerdem zum Schutz vor Bildung freier Radikale beitragen. Die Behandlung damit reduziert den oxidativen Stress signifikant und blockiert die Zellschädigung. Das liegt an den Antioxidantien, die schädliche freie Radikale wirksam abfangen. Und: Im kautschukartigen Milchsaft, der die ganze Pflanze durchzieht, steckt eine Menge Intybin. Dieser Bitterstoff regt Leber, Bauchspeicheldrüse und Galle an.

Der Blutzucker bleibt stabil

In einer im Journal of Traditional and Complementary Medicine veröffentlichten Studie wurden die Auswirkungen von geröstetem Zichorienwurzel-Extrakt untersucht. Festgestellt wurde eine Verbesserung des Adiponektinspiegels bei Menschen. Dieses Protein, reguliert den Blutzuckerspiegel sowie den Fettsäureabbau.

Und Baby, der Darm liebt sie!

Doch noch mal zurück zum Inulin. 100-Gramm frischer Zichorienwurzeln enthalten etwa 68 Gramm Inulin, ein Tip-Top Präbiotikum, das den guten Bifido-Darmbakterien als Nahrung dient. Aus diesem Grund landet es oft in Probiotika. Inulin lindert aber auch Verstopfung. Die tägliche Supplementierung mit 15 Gramm Inulin verbessert die Lebensqualität bei einer älteren Bevölkerung mit Verstopfung, zeigte eine im International Journal of Food Sciences und Ernährung publizierte Studie. Zichorienwurzelpulver gibt es zum Beispiel hier (unbezahlte Werbung).

Zichorien-Wurzel: Die Facts

► Zichorienwurzel-Fasern enthalten Inulin, ein pflanzliches Kohlenhydrat, das von menschlichen Verdauungsenzymen nicht abgebaut werden kann.
► Sie kann Entzündungen reduzieren und die Darmgesundheit fördern.
► Der Extrakt unterstützt dabei, die Blutzuckerkontrolle zu fördern und Arthrose zu behandeln
► Inulin wird auch als löslich und als Präbiotikum eingestuft. Lösliche Fasern können Wasser speichern und sich verdicken oder gelieren. Dadurch erhalten Lebensmittel mehr Masse. Das ist einer der Gründe, warum Zichorienwurzelfasern in vielen (ballaststoffreichn und glutenfreien) Produkten weit verbreitet sind.

About Author

Journalistin, Hashimoto-Hero, Kochwunderwaffe, Achtsamkeits-Anfängerin

No Comments

    Leave a Reply