Bitte, ich kann ja Spiegelei zum Frühstück. Oder Eierspeise (Rührei). Der Z. ist ein Süsser. Und weil meine Essens-Monologe selbst zu diesem Mann durchdringen, begehrt er „irgendwas Süßes“ zum Frühstück. „Aber gesund bitte“. Weil ich ein Wunschkonzert bin, kriegt er jetzt glutenfreie Möhren-Mandel-Muffins.
Und was braucht man für glutenfreie Möhren-Mandel-Muffins? Eier, Karotten, Nüsse, pardon Steinfrüchte, ein bisschen Kokosmehl und etwas ayurvedischen Jaggery (oder Rohrohrzucker). What? Was ist das schon wieder? Gleich zu Beginn der erste Stolperstein. Noch bevor du den Ofen angeworfen hast. Die Aufklärung: Jaggery ist der ayurvedische Zucker, der eine Menge Vorteile hat.
Glutenfreie Möhren-Mandel-Muffins mit Jaggery
Hinter Jaggery verbirgt sich verkochter reiner Zuckerrohrsaft (manchmal auch Palmensaft). Bei 200 Grad Celsius verflüssigt, entsteht eine zähe Masse, die in Behälter gegossen und so getrocknet wird. Die Masse, die bei der Jaggery-Herstellung entsteht, enthält neben dem üblichen Zucker (also Saccharose) auch organische Säure, Vitamine, Mineralien und Betain, das die Homocystein-Werte im Blut senken und somit z.B. vor Arteriosklerose schützen soll.

Dass Jaggery Nährstoffe, u.a. Eisen, Phosphor, Magnesium, Kalzium enthält, liegt daran, dass der Zucker nicht raffiniert, also chemisch oder technisch bearbeitet wird. Nichts desto trotz ist Jaggery Zucker. So ehrlich sind wir.
Warum Allulose-Monk die beste zuckerfreie Alternative ist
Willst du auf Zucker in den glutenfreien Möhren-Mandel-Muffins komplett verzichen, dann ist eine Mischung aus Monkfruit und Allulose eine sehr gute Wahl. Die musst du allerdngs aus den USA bestellen. Ich habe mich durchgetestet, und bin bei iHerb fündig geworden. Dr. Murray ist die Marke, die ich geschmacklich am Besten fand. Allulose-Monk-Fruit-Mischungen kombinieren die kalorienarme Süße von Allulose mit der intensiven Süßkraft von Monk Fruit (Mönchsfrucht). Dadurch schmecken sie ähnlich wie Zucker, enthalten aber deutlich weniger verwertbare Kalorien und haben nur einen geringen Einfluss auf den Blutzucker.
Warum Eier, Karotten, Mandeln und Kokosmehl ein guter Mix sind
Die Karotten in den diesem Muffin-Rezept bringen Energie und Ballaststoffe, sind aber kalorienarm. Erwähnenswert sind Vitamin A und Biotin. Karotten sind außerdem ziemlich reich an Beta-Carotin, das im Körper in Vitamin A umgewandelt wird (außer bei einem genetischen Polymorphismus, wie ich ihn habe. In diesem Fall muss man sich Vitamin A aus tierischen Quellen wie Leber holen). Mandelmehl punktet mit Vitamin A, B und E, Eisen, Zink, Fluor. Außerdem mit der zwanzigfachen Menge an Magnesium und der Fünfzigfachen an Kalzium in der Gegenüberstellung mit Weizenmehl. Bleibt noch das Kokosmehl, das Vitamin C, Vitamin B6 und B2 beisteuert.
Mineralstoffe und Aminosäuren der glutenfreien Möhren-Mandel-Muffins
Aber auch Mineralstoffe wie Kalium, Magnesium, Phosphor, Kalzium, Eisen, Mangan und Zink. Und dann sind da noch die Aminosäuren und die mittelkettigen Fettsäuren, die die Aufnahme von Mineralien wie Magnesium und Kalzium fördern. Was kommt sonst noch rein? Bio-Eier von freilaufenden Hühnern und MTC-Öl.
MTC Öl unterstützt die Mitochondrien
MTC steht für medium-chain triglycerides. Das bedeutet, dass MCT Öle mittelkettige Fettsäuren enthalten, die aus Ketten von 6 bis 12 Kohlenstoffatomen bestehen und genau das unterscheidet sie von herkömmlichen Ölen. Es findet sich in Kokosfett oder Palmkernöl. Der Vorteil? Mittelkettige Fettsäuren können leichter verdaut werden. Der Körper schließt sie ohne Gallensäuren und fettspaltende Enzyme der Bauchspeicheldrüse auf, sie gelangen auf kürzestem Weg in die Mitochondrien – die Zellkraftwerke. Das Rezept dieser glutenfreien Möhren-Mandel-Muffins ist übrigens eine Adaption der Karottenkuchen-Muffins aus dem Buch „Böses Gemüse“ des Anti-Lektin-Papstes Steven Gundry.
Wenn du jetzt auf den Geschmack gekommen bist, dann versuch doch auch die ayurvedischen Müslikekse!
Glutenfreie Möhren-Mandel-Muffins
Zutaten
- 120 g Mandelmehl
- 2 EL Kokosmehl
- 1/2 TL Natron
- 1 TL Verjus Natron braucht Säure als Triebmittel
- 1/8 TL Salz
- 1,5 TL Ceylon-Zimt gemahlen
- 2 Stück Eier oder 8 Wachteleier
- 5 1/2 EL MTC-Öl wahlweise Avocadoöl oder gutes Olivenöl
- 165 ml Pflanzendrink
- 40 Gramm Rohrohr-Zucker
- 2 große Möhren geraspelt
- 35 Gramm gehackte Mandeln
- 1/4 TL Muskat gemahlen
- Mark einer Vanillestange
- Mandelplättchen als Topping
Anleitungen
- Den Backofen auf 175 Grad vorheizen
- Mandelmehl, Kokosmehl, Natron, Salz, Zimt und Muskat in einer Schüssel vermischen
- Eier, Öl, Pflanzendrink, Verjus, Zucker und Vanille in einer kleineren Schüssel vermischen
- Die feuchten Zutaten zu den trockenen geben
- Geraspelte Möhren und gehackte blanchierte Mandeln unterheben
- Den Teig auf 12 Muffinförmchen verteilen, die du vorher in ein Muffinblech gegeben hast. Oben drauf jeweils mit Mandelplättchen toppen.
- bei 175 Grad Ober- und Unterhitze ca. 18-20 Minuten Backen. Mit einem Zahnstocher testen, ob sie durch sind. Auskühlen lassen und genießen!
Notizen
Frequently Asked Questions (FAQs)
Die zwei Esslöffel Kokosmehl sind eine wichtige Zutat für die Bindung. Kokosmehl verhält sich wie ein Schwamm und entzieht dem Teig überschüssige Feuchtigkeit, die durch die geraspelten Möhren beim Backen abgegeben wird. Lässt du das Kokosmehl weg, werden die Muffins im Kern matschig („speckig“) und backen nicht fluffig durch.
Der unraffinierte Jaggery-Zucker bringt zwar Mineralstoffe und Vitamine mit, du kannst ihn für das gelingsichere Backen aber ganz einfach 1:1 durch normalen Rohrohrzucker ersetzen.
Nein, das solltest du bei diesem Rezept nicht tun. Im deutschsprachigen Raum besteht echtes Mandelmehl aus fein gemahlenen, entölten Mandeln, denen beim Pressen das Fett entzogen wurde. Es saugt sehr viel Flüssigkeit auf. Normale gemahlene Mandeln enthalten noch ihr volles Fett. Sie binden den Pflanzendrink und das Öl nicht richtig,
Muffins mit frischen Karotten und Eiern halten die Feuchtigkeit sehr gut. Nicht zuletzt deshalb entwickelt sich schnell Histamin, wenn sie bei Zimmertemperatur herumstehen. Lass die Muffins nach dem Backen deshalb komplett auskühlen, packe sie luftdicht ein und friere sie noch am selben Tag ein. Bei Bedarf kannst du dir morgens einfach einen Muffin herausholen und ihn kurz im Ofen aufbacken.
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2 Comments
Sarah
11. Januar 2023 at 18:22Hallo,
deine Rezepte und Co. finde ich super! Ich durchforste grade alles..?
Eine Frage zum Mandelmehl: wie ist das denn einzuschätzen? Ist das besser als Mandeln unverarbeitet verträglich?
Viele Grüße,
Sarah
Alexandra
11. Januar 2023 at 19:38Liebe Sarah, danke!
Mandelmehl im deutschsprachigen Bereich besteht aus fein gemahlenen entölten Mandeln. Wenn du auf zu ölhaltiges reagierst, dann kannst du es vielleicht besser vertragen. In US-Rezepten besteht Mandelmehl aus fein gemahlenen, blanchierten Mandeln. Das gab es bei uns mal von Erdschwalbe, vielleicht produzieren sie es noch. Möglicher Weise reagierst du auch auf die Lektine in der Schale.