„Sprich mit mir, bester aller Körper“, fordere ich den meinen immer öfter auf. Und tatsächlich scheint er diese Empfehlung sehr ernst zu nehmen. Im Moment gelüstet es ihn nach bitterem Chicorée. Und zwar jeden Tag. Mittlerweile weiß ich auch, warum: Chicorée stabilisiert die Mastzellen.
Wenn ich Gelüste habe, nehme ich sie ernst. Von daher fülle den Kühlschrank aktuell mit Chicorée. Meint mein Körper dann „Jetzt“, greife ich mir einen, schneide ihn einmal in der Mitte durch, salze ihn, brate ihn in etwas Ghee an und würze ihn mit Salz und Pippali. Denn auch Pippali, der Ayurvedische Langpfeffer ist ein leckerer natürlicher Mastzellenstabilisator. Mehr Engagement zeige ich selten. Ich fülle ihn nicht mit irgendwelchem ChiChi oder so. Kurz gebraten steht ihm am besten. Er mag es schlicht. Ich auch. Trotzdem kommt es mir ein bisschen schräg vor, dass ich so viel davon verdrücke. Also habe ich mein investigatives Journalist:innengen angeworfen und kam drauf, dass die recht plötzliche Gier einen Grund hat.
Warum Chicorée die Histaminfreisetzung aus den Mastzellen hemmt
Der Chicorée hat signifikante antihistaminische und entzündungshemmende Eigenschaften, wie auch seine Urahnin die Zichorie. Jetzt weiß ich, warum meine Mastzellen ihn grade so lieben. Insofern wäre nun der ideale Zeitpunkt für ein erstauntes Aha! Denn beide Vertreter dieser reizenden Gemüsefamilie hemmen die Histaminfreisetzung aus Mastzellen. Woran liegt das? An der enthaltenen Chicorsäure. Das ist eine natürliche Phenolverbindung, die in einer Reihe von Pflanzen, etwa auch Echinacea (Echinacea purpurea) vorkommt und antioxidative, entzündungshemmende, antivirale und analgetische Wirkungen besitzt. In Forschungsstudien hemmte die orale Verabreichung von Chicorsäure die Histaminfreisetzung bei Mäusen in einer Menge von 20 mg/kg und bewahrt sie sogar vor Anaphylaxien.
Nährstoffe und Vitamine des Chicorée
Der Salat punktet mit Vitamin A, B und C sowie Kalium, Phosphor, Kalzium, Magnesium und Bitterstoffen. Deshalb profitiert auch die Leber davon. Und auch sein Gehalt an Inulin zeichnet ihn aus. Insofern hilft Chicorée auch der Darmflora, denn Inulin ist ein löslicher Ballaststoff.

Ideen zur Verarbeitung
Du kannst Chicorée klein schnippeln, dann in einem Salat anrichten. Sehr nett ist es auch, einzelne Blätter abzuziehen und damit zu dippen, in was auch immer. Du willst es noch easier? Dann schneide ihn in Viertel, beträufle ihn mit Olivenöl, würze ihn mit Kräutern, Salz und grille ihn.

Und apropos. Einmal geviertelt, kannst du ihn auch leicht mit etwas anderem Gemüse in der Pfanne kurz anrösten.
Die mastzellstabilisierende Alternative
Keine der Ideen findest du schmackhaft. Dann probiere vielleicht mal Kaffee aus der Zichorienwurzel oder Zichorienpulver. Die Vorteile sind einfach zu bestechend.
Quellen und Literatur
- Kim HM, Kim HW, Lyu YS, Won JH, Kim DK, Lee YM, Morii E, Jippo T, Kitamura Y, An NH. (1999). Inhibitory effect of mast cell-mediated immediate-type allergic reactions by Cichorium intybus. Pharmacological Research, 40(1), 61–65.
- Minaiyan M, Ghannadi AR, Mahzouni P, Abed A-R. (2012). Preventive Effect of Cichorium intybus L. Two Extracts on Cerulein-induced Acute Pancreatitis in Mice. International Journal of Preventive Medicine, 3(5), 351–357.
- Rizvi W, Fayazuddin M, Shariq S, Singh O, Moin S, Akhtar K, Kumar A. (2014). Anti-inflammatory activity of roots of Cichorium intybus due to its inhibitory effect on various cytokines and antioxidant activity. Ancient Science of Life, 34(1), 44–49.
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2 Comments
Masha Frenkel
15. Mai 2023 at 13:40Hallo und danke für diesen wunderbaren interessanten Artikel. Ich esse Chicorée täglich, jetzt weiß ich auch warum 🙂
Alexandra Binder
15. Mai 2023 at 18:46Liebe Masha, ich kenne dich und deine klugen Ratschläge aus so vielen Facebookgruppen und von Youtube. Ist mir eine Ehre, dass du meinen Beitrag gut findest!