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Check des Ohne Gentechnik hergestellt-Siegels

Das Gentechnik-Frei-Gütesiegel

Heute in: Was sagen österreichische Siegel aus? Ein Check des Ohne Gentechnik hergestellt-Siegels. Die Gretchenfrage: Darf es auf heimischem Fleisch kleben, wenn die Tiere genetisch manipuliertes Soja fressen?

Seit meiner AIP-Zeit, in der Prosciutto mein heimliches Highlight war (im besten Fall finden sich darin nur Fleisch, Salz und Wasser), frage ich mich: Wann kommen endlich “clean” gefütterte Schweine? Schließlich hat die heimische Schweinebranche schon vor Jahren signalisiert, dass man sich eine gentechnikfreie Fütterung vorstellen könne. Getan hat sich seither? Richtig, nichts. Davon abgesehen, dass dieselbe Branche immer wieder mal wissen lässt, man sei ja grundsätzlich aufgeschlossen. Nur sei das heimische Soja um bis zu 30 Prozent teurer, der Konsument aber nicht bereit, mehr für sein Schweinsripperl zu bezahlen. Zeit für einen Check des Ohne Gentechnik hergestellt-Siegels. Was steckt da wirklich dahinter? Und dürfen Schweine, die mit Gentech-Futter aufgewachsen sind, es tragen?

Greenpeace Marktcheck: In 90 % der Schweinskoteletts steckt Gentechnik

Jetzt wird es bitter: Auch der letzte Greenpeace Storecheck 2025 in heimischen Supermärkten hat gezeigt, dass in den dort verkauften Schweinskoteletts & Co zu 90 Prozent Gentechnik steckt – übrigens leider auch noch immer in Produkten, die das AMA-Gütesiegel tragen. Knapp 4,7 Millionen Schweine schlachtet Österreich jährlich aktuell, die etwa 350.000 Tonnen genmanipuliertes Soja fressen, das meist aus Übersee kommt. Dabei ist aktuell 1 Million Tonnen zertifiziertes Donau Soja und Europe Soja am Markt verfügbar. Möglich wäre die flächendeckende Versorgung mit gentechnikfreiem und regionalem Soja also.

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Die Daten des neuesten Greenpeace Marktchecks Schweinefleisch aus Dezember 2025

Die Marktcheck-Ergebnisse 2025

Schweinefleisch macht in Österreich 60 Prozent des konsumierten Fleisches aus. In rund 90 Prozent des heimischen Schweinefleischs steckt aber Gentechnik. Gekennzeichnet muss die Fütterung von Gensoja nicht werden. Penny verweigerte als einziger Händler jegliche Auskunft zu seinem Sortiment und landete auf dem letzten Platz. Billa Plus sicherte sich mit der Note „Gut“ den ersten Platz, während Billa mit „Befriedigend“ auf Platz 2 landete. Punkte gab es in den Kategorien “Bio-Angebot”, „Tierwohl. gentechnikfreie Fütterung“ und „Kennzeichnung und Herkunft“. © Greenpeace

Die Fütterung von Gentech-Soja steht nicht auf dem Etikett

Erkennt man die Fütterung von Gentech-Soja am Etikett? Leider nein. Sie fällt nicht unter die Gentechnik-Kennzeichnungsverordnung. Bei Pflanzen allerdings ist das Anbauverbot gentechnischer veränderter Sorten seit 2015 in der österreichischen Verfassung verankert. Bei tierischen Produkten kannst du zu heimischer Milch, zu Eiern, oder Hühnerfleisch greifen. Denn die Produzenten hinter diesen Produkten arbeiten bereits komplett gentechnikfrei. Das erste große österreichische Unternehmen, das einen Teil ihrer Produktion auf Gentechnik-frei umstellte war 2003 übrigens die Tirolmilch. Sowieso sicher Gentechnik-frei sind Bio-Produkte. Und solche, die das grün-weiße “Ohne Gentechnik hergestellt”-Siegel tragen. Also auf zum Check des Ohne Gentechnik hergestellt-Siegel.

Check des Ohne Gentechnik hergestellt-Siegels.

Check des Ohne Gentechnik hergestellt-Siegels

Die ARGE Gentechnik-frei vergibt dieses Siegel. Es soll eine eindeutige Information für den Konsumenten sein: Lebensmittel, die dieses Zeichen führen, sind mit Sicherheit ohne Gentechnik hergestellt. Die dafür geltenden Produktionskriterien werden regelmäßig von einer unabhängigen Kontrollstelle überprüft. Der Name bzw. die Kontrollnummer der überprüfenden Kontrollstelle werden am Etikett angeführt. Mittlerweile bereits weit über 5.000 Artikel sind aktuell mit dem Kontrollzeichen “Ohne Gentechnik hergestellt” ausgelobt – Tendenz rasch steigend.

Wie viele Produkte tragen das Siegel?

Aktuell (September 2026) sind es über 6.500. Eine unabhängige Kontrollstelle überprüft regelmäßig die dafür geltenden Produktionskriterien – ihr Name findet sich am Etikett.  Wer vergibt das Zeichen? Der seit 1997 existierende Verein „Arbeitsgemeinschaft für Gentechnik-frei erzeugte Lebensmittel“ (ARGE Gentechnik-frei). Dahinter steckt eine unabhängige Plattform von Mitgliedern aus dem Lebensmittelhandel, der Lebensmittelproduktion und der Futtermittelproduktion sowie von Organisationen aus den Bereichen Umweltschutz, Konsumentenschutz und Bauernvertretungen. Sie hat das Ziel, die Gentechnik-freie Produktion in Österreich zu ermöglichen, zu fördern und zu unterstützen.

Warum es Ausnahmen gibt

Analog zur EU-Bioverordnung kann es beim Ohne Gentechnik hergestellt-Siegel Ausnahmen geben. Und zwar bei Lebensmittelzusatzstoffen, Verarbeitungshilfsstoffen, Aromen, Enzymen und Vitaminen. Allerdings nur, wenn sie nachweislich nicht kontinuierlich in Gentechnik-freier Qualität verfügbar sind. Dann kann das Gesundheitsministerium Ausnahmen machen. Sehr wahrscheinlich ist das aber nicht.

Kleiner Exkurs in die Gentechnik-Geschichte

Doch wie begann das eigentlich alles? Im August 1996 lief das erste Schiff mit gentechnisch verändertem Soja aus den USA den Hamburger Hafen an, um die neue US-Technologie auch in Europa zu verbreiten. Die noch sehr junge Disziplin der Gentechnik sollte damals nach dem Willen der großen US-Unternehmen rasch auch in Europa den Durchbruch erzielen. Aber, weit gefehlt: Im Großteil Europas gab man sich skeptisch; speziell in Österreich formierte sich sogar eine hartnäckige Ablehnung gegen den Einsatz der Gentechnik in Land- und Lebensmittelwirtschaft. Das Gentechnik-Volksbegehren mit 1,23 Mio. Stimmen setzte ein klares Zeichen.

Daraus entstand unter anderem die ARGE Gentechnik-frei, die neben der Vergabe des Siegels auch Lobbyarbeit zur Verbesserung der gesetzlichen Rahmenbedingungen betreibt.

Siegel dieser Art in anderen EU-Ländern

Es gibt ähnliche Siegel auch in anderen EU-Ländern. Das österreichische System hebt sich von den anderen allerdings durch die verpflichtenden Kontrollen, und auch durch akkreditierte externe Kontrollstellen ab. Die Experten der ARGE Gentechnik-frei plädieren für eine europäische Harmonisierung in der Kennzeichnung. Mit gentechnisch verändertem Futter aufgewachsene Schweine dürfen das Label übrigens nicht tragen. Damit ist auch die Eingangsfrage beantwortet.

Autoimmun-Lifestyle Check des Ohne Gentechnik hergestellt-Siegels

Illustration: Details des Ohne Gentechnik hergestellt Siegels.

Quellen und Literatur

Mag. Alexandra Binder About Author

Alexandra Binder ist Fachjournalistin für Human- und Veterinärmedizin mit rund 30 Jahren Berufserfahrung sowie einem Studium der Kommunikationswissenschaft. Sie veröffentlichte unter anderem in Medizin Populär und dem österreichischen Klinikguide. Als Gründerin von Autoimmun Lifestyle verbindet sie evidenzbasierte Medizin mit persönlicher Erfahrung rund um Autoimmunerkrankungen, Hashimoto-Thyreoiditis, MCAS, Histaminintoleranz und chronische Beschwerden. Ihr Schwerpunkt liegt darin, wissenschaftliche Studien verständlich einzuordnen und komplexe medizinische Zusammenhänge alltagsnah aufzubereiten. Ziel ihrer Arbeit ist es, Betroffenen fundierte, unabhängige und gut verständliche Gesundheitsinformationen zur Verfügung zu stellen.

2 Comments

  • Hans
    18. Dezember 2023 at 20:08

    Neben unzähligen Rechtschreibfehlern ist auch die Angabe Gentechnikfrei nach Durchlesen immer noch unklar. Übergangszeiten…
    Noch wichtiger wäre es aber sich um tierleidfreie und ökologischere Nahrungsmittel zu bemühen.

    Reply
    • Alexandra Binder
      Alexandra Binder
      18. Dezember 2023 at 22:49

      Lieber Hans,
      danke für diesen überaus konstruktiven Kommentar. Ich habe nur mehr 40 Prozent Sehkraft durch eine myope CNV. Da kann so was passieren. Du darfst die Rechtschreibfehler, die du gefunden haben willst gern behalten ❤️. Hoffentlich geht es dir bald besser! Solltest du tatsächlich noch Fragen zum Thema haben, wende dich gern an die Arge Gentechnik-frei.

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