Grundrezepte / AIP-Rezepte

Kokosmilch selbst machen

Kokosmilch im Glas neben frischer Kokosnuss – selbst gemacht

Kokosmilch aus Dosen ist mehr als nur suspekt, was den Weichmacher BPA (Bisphenol A) betrifft. Werden Proben untersucht, kommt in der Regel eine semioriginelle Katastrophe raus. Von daher gebe wir eine Parole aus: Ab heute solltest du deine Kokosmilch selbst machen. Dafür gebe wir dir zwei simple Rezepte an die Hand.

Wir wollen kein BPA in unserem Körper. Nein, wollen wir nicht. Warum nicht? Weil Studien belegen, dass die Chemikalie hormonschädigende Eigenschaften hat und  fortpflanzungsschädigend wirkt. Am problematischsten sind dabei Dosen. In Zahlen gaben 2021 noch immer 90 Prozent der geprüften Konserven mehr als 2,5 μg/kg (Mikrogramm/Kilogramm) BPA ins sogenannte Füllgut ab. du meinst, es geht jetzt um Tomaten? Nö. Daten der Chemischen und Veterinäruntersuchungsämter Stuttgart (CVUA) zeigten beispielsweise, dass die bei Weitem nicht zu den am höchsten belasteten Lebensmitteln gehören, sondern Kokosmilch in Dosen die ungute Führungsrolle inne hat.

BPA und andere bedenkliche Stoffe in Kokosmilch-Dosen

Während man in Dosengemüse gerade mal einen Mittelwert von 1 μg/kg BPA gemessen hat, kam Kokosmilch auf eine durchschnittliche Belastung von 82 μg/kg. Sogar ich, die ich kein Rechengenie bin, habe da behirnt, dass Kokosmilch die problematischste Dosenware ist. Ein konkretes Beispiel? Lieferte ein Rückruf bei Hofer im August 2023: In der „ASIA Kokosnussmilch“ (400 ml) wurde ein erhöhter Gehalt an Bisphenol A (BPA) festgestellt, der aus der Epoxidharzbeschichtung der Doseninnenflächen, in die Milch überging, und den damals geltenden Grenzwert überschritt. BPA ist jedoch nicht der einzige problematische Stoff, der in Dosen-Kokosmilch vorkommen kann.

Mineralölkohlenwasserstoffe-Funde

Der VKI wies in seinem Kokosmilch-Test neben BPA auch Mineralölkohlenwasserstoffe (MOSH und MOAH) nach; bei drei Produkten wurden vergleichsweise höhere Gehalte festgestellt. Während sich bestimmte MOSH im Körper, unter anderem in Leber und lymphatischem Gewebe, anreichern können, sind bestimmte MOAH aufgrund ihrer möglichen genotoxischen und krebserzeugenden Eigenschaften besonders relevant. Darüber hinaus wurden die Produkte auf Chlorat untersucht.

Kokosmilch selbst machen als Alternative: Zwei Rezepte

Was also tun? Wie immer leider Zeit investieren, und Kokosmilch selbst machen. Für mich haben sich zwei Varianten als praktikabel herausgestellt.

Variante 1: Kokosmilch selbst machen aus frischer Kokosnuss

Wenn ich eine frische Kokosnuss in Bioqualität bekomme, schlage ich zu. Die kosten in der Regel etwa 2,99 Euro, und man bekommt neben dem Kokosfleisch einen Viertel Liter an Kokoswasser raus, das sich wirklich gut als histaminarmes Elektrolyt-Getränk eignet.

Frische Bio-Kokosnuss mit Trinköffnung, geeignet für selbstgemachte Kokosmilch

Frische Kokosnüsse im Supermarkt

So sehen frische Bio-Kokosnüsse in der Regel aus, die es im Supermarkt um etwa 2,99 Euro zu kaufen gibt. Sie haben ein vorgebohrtes Loch, um das Kokoswasser bequem zu trinken (und leider auch einen Plastikhalm dabei). Ich bekomme aus einer Nuss ca. einen Liter Milch, was sich rein finanztechnisch absolut lohnt, wie ich finde, wenn man das Kokoswasser dazu rechnet. 400 ml Dosenware kostet in Bioqualität günstigsten Falls etwa 2,05 Euro (Denree). (Bild: ©Spar)

So bekommst du das Kokosfleisch aus der Nuss

Du hast drei Optionen. 1: Du schlägst die leere Nuss (draussen) auf den Boden, bis sie zerspringt, und kannst dabei Aggressionen abbauen. Die danach wiederkommen, weil das Kokosfleisch schwierig rauszubekommen ist. 2: Du gibst die geöffnete Nuss 15 Minuten bei 180 Grad in den Backofen. Dann soll sich das Kokos-Fleisch leichter lösen. Oder 3: Du gießt heisses Wasser über die geöffnete Nuss, und wartest 20 Minuten. Auch so löst sich das Fleisch besser. Hast du es geschafft, pürierst du das Kokos-Fleisch nur noch mit frischem Wasser. Dabei gilt: Mehr Wasser ergibt eine weniger dicke Milch. Ich nehme pro Nuss einen Liter. Durch einen Nussmilchbeutel abseihen, und fertig ist der beste (AIP)Milchersatz, der etwa 4 Tage im Kühlschrank haltbar ist. Nach einiger Zeit setzt sich wie bei Dosenware übrigens die cremige, fettige Schicht oben ab. Dann musst du das gute Ding einfach schütteln, oder die Creme verwenden.

Variante 2: Kokosmilch selbst machen aus Kokosraspeln

Die Variante zwei der DIY-Kokosmilch besteht in der Grundlage aus Kokosraspeln – da kommt dann ein 1/2 Liter Bio-Kokosmilch übrigens umgerechnet auf 96 Cent. Du übergießt dafür 100 Gramm Bio-Kokosraspeln mit 500 ml kochendem Wasser, lässt das Ganze auf lauwarm abkühlen, und pürierst es dann.

Am Ende gießt du die Milch wieder über einen Nussmilchbeutel ab. Die Kokos-Pulpa kannst du später in Muffins & Co noch verwenden. So hat Kokosmilch selbst machen noch einen Zusatz-Benefit.

Kokosmilch-Produkte im Tetrapak, die clean sind

An dieser Stelle kommt ein Update: Offenbar erkennen auch die Hersteller mittlerweile die Problematik und bringen neuerdings Kokosmilch im kleinen Tetrapacks auf den Markt. Sogar ohne Zusätze. Warum sage ich das? Weil viele Zusatzstoffe Pfui Gack sind für chronisch kranke Menschen. Feiern wir also den Gegentrend und gönnen uns hin und wieder einen der neuen Tetrapacks. Erhältlich sind die derzeit bei dm und bei der Biosupermarkt-Kette denns. Denns hat dabei ein Eigenprodukt (denree) und eines der Marke Morgenland im Sortiment. Da alle drei genannten Produkte haargenau die selben Inhaltsstoffe haben, könnte man gut davon ausgehen, dass der selbe Großhändler im Spiel ist und die Tetras nur unterschiedlich bedruckt werden. Die Preisrange startet bei 1,25 Euro (dm) und endet bei 1,85 Euro (Morgenland), denree liegt mit 1,45 Euro dazwischen.

Drei Sorten Kokosmilch im Tetrapak nebeneinander.
Wenn’s schnell gehen muss: Diese BPA-freien Kokosmilch-Varianten sind vertretbar.

Achtung: Aroy-D und Dr. Goerg-Produkte sind nicht mehr clean

Erst vor kurzem hat Dr. Goerg übrigens für einen veritablen Skandal innerhalb der Community gesorgt, weil man der sündhaft teuren hauseigenen Kokosmilch im Tetrapack plötzlich das Verdickungsmittel Gellan zusetzte. Pionier war Dr. Goerg damit allerdings nicht. Zuvor hatte schon die lang gefeierte Marke Aroy-D ihr Bio-Kokosmilch-Produkt mit Guakernmehl und Xanthan versetzt. Schlimm? Nein. Brauchen wir diese Zusatzstoffe in der Kokosmilch? Auch nein.

Du findest Kokosmilch selbst machen ist genial? Dann trau dich auch an Mandel- oder Erdmandelmilch. Hier findest du das Rezept für Nussdrinks.

Frequently Asked Questions (FAQs)

Ist selbstgemachte Kokosmilch bei Histaminose (Histaminintoleranz) und MCAS verträglich?

Ja, selbst gemachte Kokosmilch ist in der Regel sehr gut verträglich. Laut der SIGHI-Liste gilt Kokosmlich generell als histaminarm (gekennzeichnet mit 1). Im Gegensatz zu gekaufter Dosenware enthält deine selbst gemachte Kokosmilch zudem keine kritischen Zusatzstoffe wie Guarkernmehl oder Xanthan, die die Mastzellen triggern können. Botanisch gesehen SIND Kokosnüsse Steinfrüchte und keine echten Nüsse. Ihr allergenes Potenzial ist auch aus diesem Grund gering. Da bei einer Histaminose (Histaminintoleranz) oder einem MCAS die Frische der Lebensmittel das wichtigste Kriterium ist, bietet die eigene, frische Zubereitung dir größt mögliche Sicherheit.

Enthält selbstgemachte Kokosmilch Salicylate oder Oxalate?

Frische, selbstgemachte Kokosmilch enthält von Natur aus moderate Mengen an Salicylaten und extrem wenig Oxalate. Daher passt sie sehr gut in eine antientzündliche Ernährung. Im direkten Vergleich zu fertigen Pflanzendrinks schneidet die DIY-Variante bei einer Salicylatintoleranz meist besser ab. Der Grund dafür ist simpel: Da die Milch zu Hause frisch mit Wasser püriert und filtriert wird, ist das Fruchtfleisch weniger stark konzentriert als bei industriellen Extrakten. Zudem fehlen künstliche Aromen und Stabilisatoren, die zusätzliche Pseudoallergien auslösen könnten.

Kann man selbstgemachte Kokosmilch einfrieren und wie ändert sich die Konsistenz?

Ja, selbstgemachte Kokosmilch lässt sich problemlos für bis zu 3 Monate im Gefrierschrank lagern. Um Reste zu vermeiden, frierst du sie am besten portionsweise in einem Eiswürfelbehälter ein. Nach dem Auftauen trennen sich Fett und Wasser naturgemäß, was die Milch leicht krümelig oder flockig aussehen lässt. Das ist kein Qualitätsmangel: Sobald die Kokosmilch in einer warmen Suppe (z. B. einer Kürbissuppe) erhitzt und kurz umgerührt oder aufgemixt wird, verbindet sie sich wieder zu einer cremigen Textur.

Warum trennt sich die selbstgemachte Kokosmilch im Kühlschrank und was hilft dagegen?

Die Schichtentrennung im Kühlschrank ist eigentlich ein Qualitätsmerkmal für eine absolut reine, „cleane“ Kokosmilch. Da bei der eigenen Herstellung keine Emulgatoren oder chemischen Verdickungsmittel wie Gellan zum Einsatz kommen, setzt sich das leichtere Kokosfett nach einigen Stunden als feste, cremige Schicht an der Oberfläche ab, während das Wasser unten bleibt. Um die homogene Konsistenz wiederherzustellen, kannst du die Flasche oder das Glas vor der Verwendung einfach kräftig schütteln, oder die Milch im Topf leicht erwärmen.

Quellen & Literatur

Mag. Alexandra Binder About Author

Alexandra Binder ist Fachjournalistin für Human- und Veterinärmedizin mit rund 30 Jahren Berufserfahrung sowie einem Studium der Kommunikationswissenschaft. Sie veröffentlichte unter anderem in Medizin Populär und dem österreichischen Klinikguide. Als Gründerin von Autoimmun Lifestyle verbindet sie evidenzbasierte Medizin mit persönlicher Erfahrung rund um Autoimmunerkrankungen, Hashimoto-Thyreoiditis, MCAS, Histaminintoleranz und chronische Beschwerden. Ihr Schwerpunkt liegt darin, wissenschaftliche Studien verständlich einzuordnen und komplexe medizinische Zusammenhänge alltagsnah aufzubereiten. Ziel ihrer Arbeit ist es, Betroffenen fundierte, unabhängige und gut verständliche Gesundheitsinformationen zur Verfügung zu stellen.

2 Comments

  • Miriam
    26. Oktober 2025 at 21:08

    Hallo, gibt es Erfahrungswerte, ob Kokosmilch oder Kokosöl viel Salicylate enthält?

    Vielen Dank!!

    Reply
    • Alexandra Binder
      Alexandra Binder
      26. Oktober 2025 at 21:59

      Liebe Miriam!
      Selbst gemachte Kokosmilch enthält meist weniger Salicylate als viele Fertigprodukte, weil du sie nicht konzentrierst, keine Zusätze (wie Verdickungsmittel oder Aromen) verwendest, und meist weniger Fruchtfleisch pro Volumen Wasser nutzt. Also, ja, auch selbst gemacht = nicht salicylatfrei, aber tendenziell milder und oft besser verträglich als gekaufte Varianten. Sorry, dass ich keine bessere Nachricht habe!

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