Mungbohnen? Sind Hülsenfrüchte nicht eine Tabuzone bei lektinfreier Ernährung? Stimmt. Dennoch finden sie sich hier. Weil schon der Leibarzt Buddhas Überlieferungen nach vor über 2500 Jahren auf ihre Heilkraft gesetzt hat, und ich das bestätigen kann. Wie Mungbohnen wirken, und warum sie, gewässert und am besten gekeimt, für mich kein No Go sind!
Im Ayurveda schätzt man die Mungbohne über alles. Besonders wegen ihrer hohen Verdaulichkeit. Mungbohnen sind leicht bekömmlich und belasten den Verdauungstrakt kaum, weshalb sie traditionell älteren Menschen, Kranken oder Babys als Beikost gegeben werden. Gleichzeitig liefern sie wertvolles pflanzliches Eiweiß, Ballaststoffe und Mikronährstoffe, ohne Hitze oder Schleim zu erzeugen, was sie zu einem idealen Nahrungsmittel für empfindliche Verdauung macht. Deshalb finden sie sich in diesem Online-Magazin, obwohl sie nicht lektinfrei und auch nicht histaminarm sind. Ich vertrage sie perfekt. Ob das bei dir auch so ist, musst du austesten. Wie Mungbohnen wirken, lässt sich aber schon mal erklären:
1. Mungbohnen wirken durch ihre Nährstoff-Power
Ein Cup (oder 202 Gramm) gekochte Mungbohnen enthält:

Mungbohnen sind eine der besten pflanzlichen Proteinquellen, sagt die Wissenschaft. Sie sind reich an essentiellen Aminosäuren wie Phenylalanin, Leucin, Isoleucin, Valin, Lysin, Arginin und mehr. By the way, essentielle Aminosäuren sind die, die unser Körper nicht selbst herstellen kann. Wobei dazu noch anzumerken ist, dass gekeimte Mungbohnen ihre Nährstoffzusammensetzung verändern. Gekeimt enthalten sie weniger Kalorien und mehr freie Aminosäuren und Antioxidantien als ungekeimt. Die andere Seite ist, dass das Keimen den Gehalt an Phytinsäure – einem so genannten Antinährstoff – reduziert. Eh schon wissen: Antinährstoffe können die Aufnahme an Mineralien wie Zink, Magnesium oder Kalzium hemmen.





2. Mungbohnen enthalten beeindruckend viele Antioxidantien
Unten den Antioxidantien der Mungbohnen finden sich Phenolsäuren, Flavonoide, Kaffeesäure, Zimtsäure und mehr. Und die helfen bekanntlich freie Radikale zu neutralisieren. Das insofern gut, weil freie Radikale mit zellulären Komponenten interagieren und verheerende Schäden anrichten können. Stichwort chronischen Entzündungen, Herzerkrankungen; Krebs & Co. Und jetzt die gute Nachricht: Mungbohnen können Schäden durch freie Radikale neutralisieren, die mit dem Krebswachstum in Lungen- und Magenzellen verbunden sind. Das sagt jedenfalls diese Krebs-Studie. Gekeimte Mungbohnen haben dabei ein beeindruckend höheres antioxidatives Profil als ungekeimte. Insgesamt braucht es dazu aber noch mehr humanbasierte Forschung.
3. Vitexin und Isovitexin können einen Hitzschlag verhindern
Wer in Asien lebt, weiß es: An heißen Sommertagen wird da gern Mungbohnensuppe gegessen. Die entzündungshemmenden Eigenschaften sollen dazu beitragen, die Menschen vor einem Hitzschlag schützen. Im speziellen haben die Wissenschaftler dabei die Antioxidantien Vitexin und Isovitexin im Auge. Und tatsächlich haben Tierstudien zu Zellverletzungen gezeigt, dass sie dazu beitragen können, die Zellen vor Verletzungen durch freie Radikale zu schützen, die sich während eines Hitzschlags bilden.
4. Sie können den LDL-Cholesterinspiegel senken
Tierversuche mit Mungbohnen haben beispielsweise gezeigt, dass die enthaltenen Antioxidantien das LDL-Cholesterin im Blut senken und die LDL-Partikel vor der Interaktion mit instabilen freien Radikalen schützen können. Durch Studien am Menschen wiederum weiß man, dass einen höherer Verzehr von Hülsenfrüchten mit einem niedrigeren LDL-Cholesterinspiegel in Verbindung gebracht werden.
5. Mungbohnen wirken blutdrucksenkend
Mungbohnen sind reich an Kalium, Magnesium und Ballaststoffen, die den Blutdruck senken können. gute Quelle für Kalium, Magnesium und Ballaststoffe. Studien haben jeden dieser Nährstoffe mit einem deutlich geringeren Risiko für Bluthochdruck in Verbindung gebracht. Das da was dran ist, zeigte zudem eine Metaanalyse von acht Studien zum Thema Blutdruck: Dort wurde ersichtlich, dass mehr Hülsenfrüchte den Blutdruck sowohl bei Erwachsenen mit als auch ohne Bluthochdruck senkte. Reagenzglas- und Tierstudien haben außerdem gezeigt, dass bestimmte Mungbohnen-Proteine Enzyme unterdrücken können, die auf natürliche Weise den Blutdruck erhöhen.
6. Mungbohnen wirken auf die Verdauung
Mungbohnen sind reich an Ballaststoffen und liefern beeindruckende 15,4 Gramm pro gekochte Tasse (202 Gramm). Hervor sticht dabei das Pektin, das Verstopfung entgegenwirkt. Und: Mungbohnen enthalten wie andere Hülsenfrüchte auch resistente Stärke. Resistente Stärke ernäht die gesunden Darmbakterien, die sie verdauen und in kurzkettige Fettsäuren umwandeln – insbesondere Butyrat. Butyrat nährt die Dickdarmzellen, die die Immunabwehr des Darm stärken. Im Übrigen sind die Kohlenhydrate in Mungbohnen leichter zu verdauen, als die in anderen Hülsenfrüchten. Die Blähungswahrscheinlichkeit liegt quasi bei null. Deshalb sind Mungbohnen für die meisten Menschen eine Bereicherung.


7. Die Nährstoffzusammensetzung kann den Blutzuckerspiegel senken
Mungbohnen besitzen mehrere Eigenschaften, die helfen, den Blutzuckerspiegel niedrig zu halten. Sie sind reich an Ballaststoffen und Proteinen, was die Freisetzung von Zucker in den Blutkreislauf verlangsamt. Tierstudien zu Blutzucker haben auch gezeigt, dass die Mungbohnen-Antioxidantien Vitexin und Isovitexin den Blutzuckerspiegel senken und dazu beitragen können, dass Insulin effektiver wirkt.
8. Mungbohnen helfen bei der Gewichtsabnahme
Die enthaltenen Ballaststoffe und Proteine können bei Abnehmen helfen. Studien haben gezeigt, dass Ballaststoffe und Protein Hungerhormone wie Ghrelin senken. Beide Nährstoffe können zudem die Freisetzung von Hormonen fördern, die ein Sättigungsgefühl hervorrufen, wie Peptid YY, GLP-1 und Cholecystokinin. Sie vermindern den Appetit und tragen so dazu bei, dass man weniger Kalorien zu sich nimmt. Tatsächlich ergab eine Metastudie zur Sättigung, dass sich Menschen nach dem Verzehr von Hülsenfrüchten im Durchschnitt um 31 % satter fühlten als nach dem Verzehr anderer Grundnahrungsmittel wie Nudeln und Brot.
9. Das enthaltene Folat kann die Schwangerschaft unterstützen
Folat ist bekanntlich wichtig für das optimale Wachstum und die Entwicklung des ungeborenen Kindes. Mungbohnen liefern 80% des RDI für Folat in einer gekochten Tasse (202 Gramm). Abgesehen davon sind sie reich an Eisen, Proteinen und Ballaststoffen, von denen Frauen während der Schwangerschaft mehr benötigen. Allerdings sind rohe Mungbohnensprossen nichts für Schwangere (Bakterien/Infektionsgefahr).
10. Mungbohnen sind easy in den Ernährungsplan einzubauen
Ihr könnt sie anstelle der meisten anderen Bohnen in Gerichten wie Currys, Salaten und Suppen verwenden. Mungbohnen schmecken leicht süßlich und werden oft in asiatischen Desserts zu einer Paste verarbeitet. Gekocht werden sie etwa 20–30 Minuten oder alternativ etwa 5 Minuten im Instantpot/Schnellkochtopf. Meine liebsten Rezepte sind derzeit Kitchari, Mungbohnen-Pancakes und Jasemines Hemsleys sensationelles Mungbohnenbrot (die Zitrone ersetze ich mit Verjus). Thank me later.
Frequently Asked Questions (FAQs)
Ganze Mungbohnen sind grün und besitzen noch ihre schützende Haut. Mung Dal hingegen sind dieselben Mungbohnen, die jedoch halbiert und geschält wurden . Sie sind leuchtend gelb. Wenn dein Darm extrem sensibel ist (z. B. bei Reizdarm oder Leaky Gut), solltest du besser mit dem gelben Mung Dal starten. Da die ballaststoffreiche Schale fehlt, ist diese Variante noch verträglicher.
Das ist ein berechtigter Einwand, da manche Pflanzen (wie Luzerne/Alfalfa) beim Austreiben ihre Abwehrstoffe hochfahren. Bei der Mungbohne ist das jedoch anders: Wissenschaftliche Analysen zeigen, dass der Lektingehalt während des Einweichens und Keimens kontinuierlich abnimmt. Wenn du unter einer Autoimmunerkrankung leidest und absolut sichergehen willst, reicht das Keimen allein aber nicht aus. Koche die eingeweichten Bohnen oder gekeimten Sprossen zusätzlich im Schnellkochtopf (Instant Pot). Die Kombination aus Druck und Hitze denaturiert die verbliebenen Lektine.
Frische Mungbohnensprossen aus dem Plastikschälchen im Supermarkt sind im Hinblick auf Histamin problematisch. Da sie feucht verpackt sind und oft tagelang transportiert und gelagert werden, beginnen Mikroorganismen damit, Aminosäuren in Histamin umzuwandeln. Zudem kann die Keimbelastung in diesen Verpackungen recht hoch sein. Wenn du unter Histaminose (Histaminintoleranz) oder MCAS leidest, solltest du besser nicht zu den Sprossen greifen.
Ja, das funktioniert fantastisch für herzhafte Gerichte! Die Proteine der Mungbohne haben die geniale Eigenschaft, bei Hitze zu stocken (auf diesem Prinzip basieren auch viele vegane Ei-Ersatz-Produkte im Supermarkt). Wenn du geschälte Mungbohnen (Mung Dal) einweichst und mit etwas Wasser und Salz im Hochleistungsmixer fein pürierst, erhältst du eine Masse, die in der Pfanne stockt wie ein Rührei oder ein Omelett. Dieses Mungdal-Omelette ist köstlich.
Quellen und Literatur
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4 Comments
Geiberuam
11. September 2021 at 14:37Ich liebe ja gekeimte Linsen und Mungbohnen. Aber enthalten nicht gerade gekeimte Hülsenfrüchte viel Lektin?
Würde mich über eine Antwort freuen! Geiberuam
Alexandra
11. September 2021 at 17:07Traditionelle Behandlungen wie das Keimen von Samen, Körnern und Bohnen deaktiviert Lektine, obwohl es Ausnahmen gibt. Beispielsweise wird der Lektingehalt beim Austrieb von Luzernen erhöht. Ganz sicher gehst Du mit dem Kochen im Druckkochtopf. Der Instantpot zb. killt Lektine sehr effektiv.
Lena
17. April 2023 at 16:13Mungobohnen enthalten doch Histamin laut SiHI Liste, die Keimlinge aber nicht bzw wirken nicht als Liberatoren? Und bei Linsen, Erben ist das mit den Sprossen ebenso?
Alexandra
28. April 2023 at 16:29Liebe Lene, die Sighi-Liste kennzeichnet Mungbohnen nicht eindeutig. Ich habe den Text jetzt etwas adaptiert. Mungbohnen enthalten auch Lektine, und das hier ist das einzige Rezpet mit Hülsenfrüchten und auch Reis hier auf dieser Seite. Mir war es wichtig, dass es dennoch seinen Platz findet, weil es mir so viel geholfen hat. Jetzt ist es aber klarer gekennzeichnet.