What, was ist das nun wieder? Ganz einfach: Hirsotto ist ein Begriff, der sich aus Hirse und Risotto zusammensetzt. Hirse wird dabei ähnlich gekocht wie der italienische Klassiker. Und genau das tun wir heute. Wir machen ein lektinfreies Instantpot-Hirsotto.
Warum denn ein lektinfreies Instantpot-Hirsotto, und nicht gleich ein Risotto? Na, weil Reis nicht lektinfrei ist. Und auch in Sachen Nährstoffe hat die Hirse eindeutig die Nase vorn. Außerdem ist die Hirse lektin- und glutenfrei, und damit ein echt verträgliches Getreide, das regional angebaut wird. Alleine schon der Begriff Hirse: Er kommt aus dem indo-germanischen und bedeutet so viel wie Sättigung und Nahrhaftigkeit. Und tatsächlich halten Hirsegerichte lange satt. Dabei haben 100 Gramm gekochte Goldhirse – das sind umgerechnet etwa 40 Gramm roh – gerade einmal 114 Kilokalorien.
Das lektinfreie Instantpot-Hirsotto lebt von Gewürzen
Ich habe mich für ein lektinfreies Instantpot-Hirsotto mit Pak Choi entschieden. Leafy Greens und so. Gepimpt habe ich es mit zwei sehr starken und wirkungsvollen Gewürzen: Kurkuma und Asafoedita. Kurkuma wirkt entzündungshemmend, Asafoedita (Asant) regt die Verdauung an und verhindert, das sich zu viel Gas im Verdauungssystem ansammelt. Das lindert Blähungen und hilft dabei, Magenkrämpfe zu lösen. Und gut verdauen, das wollen wir ja schließlich alle. Das Hirsotto herzustellen dauert nur 16 Minuten, weil es im Instant-Pot, einem Druckkochtopf hergestellt wird. Du kannst dafür auch Kelomat und Co. verwenden. Oder das Rezept auf dem Herd zu bereiten. Im Normalfall killt der Instantpot die Lektine, aber dieses Rezept enthält keine Lektine.
💡 Hinweis: Das ayurvedische Gewürz Asafoedita findet sich nicht in der Schweizer SIGHI-Liste. Daher führe es vorsichtig und in kleinsten Mengen ein, und achte darauf, wie du reagierst.
Die Hirse vorbereiten
Hirse wird immer mit heißem Wasser abgespült, aus drei Gründen. Erstens werden so Bitterstoffe entfern. denn die Hirse enthält natürliche Bitterstoffe, die durch heißes Wasser gelöst und weggespült werden, um einen bitteren oder ranzigen Beigeschmack zu vermeiden. Zweitens spülen wir Verunreinigungen ab. Staub, Schmutz oder andere Rückstände aus dem Anbau und der Verarbeitung werden beim Abspülen entfernt. Und wir verbessern drittens den Geschmack. Die Entfernung dieser Stoffe sorgt für einen milderen und angenehmeren Geschmack des Endprodukts.
Lektinfreies Instantpot-Hirsotto
Kochutensilien
- 1 Instant-Pot oder Druckkochtopf (Schnellkochtopf)
Zutaten
- 1 Cup Hirse
- 1 Stück junger Knoblauch
- 1 Pak Choi
- 3 mittelgroße Karotten (Möhren)
- 1 1/3 Cups kurz gekochte Knochenbrühe im Druckkochtopf Oder selbst gemachte histamiarme Gemüsebrühe oder Wasser
- Meersalz
- 1/2 TL Kurkuma
- 1/4 TL Asafoedita
- vegetarische Variante: Mit jungem Ziegenkäse bestreuen
Anleitungen
- Karotten kleinwürfelig schneiden, jungen Knoblauch in dünne Scheiben schneiden, Pack Choi in Streifen.
- Hirse unter heißem Wasser abspülen.
- Instantpot einstecken, das Programm "Saute" auf fünf Minuten einstellen, Gemüse in Olivenöl darin kurz anrösten, die Gewürze dazu geben. (In jedem anderen Schnellkochtopf Gemüse kurz anrösten und Gewürze dazu geben. Hirse dazugeben, einmal durchrühren.)
- Mit Knochenbrühe, Gemüsebrühe oder Wasser aufgießen.
- Deckel aufsetzen und im Instant-Pot das Programm Pressure Cook auf 11 Minuten einstellen. (Jeden anderen Druckkochtopf schließen und nachdem der Druckanzeiger hoch gegangen ist, 11 Minuten kochen lassen).
- Druck ablassen und den Deckel öffnen. Kurz durchrühren und salzen.
- Mit gehacktem, frischem Koriander anrichten.
- In der vegetarischen Variante mit jungem Ziegenkäse bestreuen.
Notizen
- Im Normalfall sorgt das Kochen im Druckkochtopf dafür, dass Lektine zum Großteil abgetötet werden. Dieses Rezept ist lektinfrei. Daher kannst du es auch in einem normalen Topf kochen. Es geht nur langsamer.
- 💡 Hinweis: Die Schweizer SIGHI-Liste bewertet Knoblauch mit 1, also „in Maßen verträglich“. Alle Rezepte auf dieser Seite basieren auf Zutaten, die von SIGHI mit 0 oder 1 eingestuft wurden. Ist Knoblauch nun ein problematischer Histaminliberator? Diese Zusammenhänge sind wissenschaftlich bislang nicht ausreichend belegt (Quelle: Kyra Kauffmann, Der Histaminirrtum: das Praxisbuch 2025). Bitte beobachte besser immer, wie du persönlich reagierst.


2 Comments
Uta
16. Oktober 2024 at 20:58Das in diesem Artikel verlinkte Asefoedita besteht im Wesentlichen aus Bockshornklee und Bockshornklee ist laut Sighi Liste stark histaminhaltig („2“). Würden Sie Asafoedita dennoch bei Histaminintoleranz empfehlen?
Alexandra Binder
16. Oktober 2024 at 23:52Liebe Uta, ich verstehe die Irritation. Aber tatsächlich sind Bockshornkleesamen sehr speziell. Einerseits gibt es noch zu wenige Untersuchungen in Punkt Histamin für mich. Andererseits wird Asafoedita nur in winzigen Mengen verwendet. Ein Experiment, das mich zb. beeindruckt hat, ist folgendes: 2011 setzten Forscher die Pfoten von Ratten Histamin aus, um sie stark anzuschwellen („Ödeme“), zeigte, dass ein Extrakt aus Bockshornkleesamen „eine erhebliche entzündungshemmende Wirkung“ in den Pfoten der Ratten aufwies.Bockshornklee-Samen hatten in den getesteten Modellen bemerkenswerte akute und chronische entzündungshemmende und in vitro antioxidative Wirkungen.
Entscheiden musst du selbst, ich würde eine Minimenge versuchen. Aber ich bin keine Ärztin.
[Quelle: Entzündungshemmende und in vitro antioxidative Eigenschaften von Trigonella foenum graecum-Samen. Autoren: Subhashini, N.; Nagarajan, G.; Kavimani, S. Journal of Pharmacology and Toxicology 2011 Bd. 6 Nr. 4 S. 371-380 ISSN 1816-496X DOI 10.3923/jpt.2011.371.380]