Hauptgerichte

Geröstete Karotten auf Sellerie-Püree

Histaminarme Röstkarotten auf Sellerie-Püree auf einem schwarzen Teller.

Kalt, kälter, Mai. Was passt da besser, als ein letztes winterliches Gustostückerl wie Röstkarotten auf Sellerie-Püree – inspiriert vom Lieblings-Kochbuchschreiber Nigel Slater. Er schreibt übrigens: Weiche Wogen aus Knollensellerie-Topinambur Püree, darauf rauchiges geröstetes Wintergemüse.

“Fuck”, sagt Freundin A., der es normal nicht kalt genug sein kann, “es regnet seit Wochen, der Kirschbaum ist ein Teppich voller Läuse, und mir ist eine halbe Stunde nach dem dritten Saunagang schon wieder kalt.” Ich verstehe das. Normalerweise jammert sie um diese Jahreszeit im Mai nie. Nie, niemals hab ich sie sagen hören, dass ihr kalt ist. Glücklicherweise weiß ich, was da immer hilft. Essen nämlich. “Dein Bauch braucht was wärmendes”, sag ich deshalb. Hinterher schiebe ich: Röstkarotten auf Sellerie-Püree.

Verwende Karotten in allen Farbvarianten

Und wenn du jetzt glaubst: Bunte Karotten bringen lediglich ein tolles Farbspiel auf das Backblech: Dann täuschst du dich. Sie unterscheiden sich nämlich auch deutlich in ihrem Charakter.

Bunte geröstete Karotten auf einem Backblech für das Rezept der Röstkarotten auf Sellerie-Püree.
Greif für die Röstkarotten auf Sellerie-Püree zu allen Farbvarianten der Karotten, die du bekommst.

Die klassischen orangen Karotten, der Klassiker, bestechen durch ihre bekannte, ausgewogene Süße und versorgen Körper optimal mit fettlöslichem Beta-Carotin (außer du hast eine genetisch Umwandlungsstörung wie ich). Das Provitamin A wird durch das Rösten mit Olivenöl für den Körper besonders gut verfügbar. Die violetten Varianten haben durch ihre dunklen Pflanzenstoffe eine kräftige, fast pfeffrige Note und verfärben in Suppen gern mal das restliche Gemüse ziemlich unschön. Die violette Farbe stammt übrigens von Anthocyanen (starke Antioxidantien). Gelbe Karotten dagegen schmecken dezent, weniger süß und enthalten viel Lutein, das besonders gut für die Sehkraft und die Augenfunktion ist.

Wärmende Röstkarotten auf Sellerie-Püree: So geht’s

Zehn Minuten später liegt alles, was der Kühlschrank an Karotten (Möhren) hergibt, gewaschen vor uns. Karotten – in allen Farben – kann man gut mit Schale essen. Da wir aber lektinfrei unterwegs sind, schälen wir sie. Genauso wie die roten Rüben aka rote Bete und die Pastinaken. Das Gemüse – ich habe mich dafür von einem Rezept aus Nigel Slaters Buch Greenfeast inspirieren lassen, halbieren wir erst mal, und legen es in eine Bratform. Getoppt mit Knoblauchzehen, Ghee und Salz (bei Verträglichkeit Räuchersalz) kommt es für rund 30 Minuten ins Backrohr. Bei Knoblauch-Unverträglichkeit passt ayurvedisches Asafoedita.

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Knollensellerie und Topinambur für das Püree richtig vorbereiten

Unbedingt schälen muss man den Knollensellerie und auch den Topinambur fürs Püree. Auch dieses Gemüse kommt in einer anderen Form zuerst mal ins Backrohr. In kleine Stücke geschnitten, mit Ghee und Salz gewürzt braucht es rund dreißig Minuten bis es weich ist, und mit Gemüsebrühe zu Püree werden kann. Veganer:innen nehmen anstelle des Ghee Olivenöl.

Herkömmliches Gemüsebrühpulver ist leider ungeeignet

Bitte pass aber bei herkömmlichem Gemüsebrühenpulver aus dem Supermarkt auf. Hefeextrakt & Glutamat regen die Histaminausschüttung an und blockieren den Abbau im Körper. Tomaten darin sind auch für viele nicht verträglich. Und schließlich werden Zwiebeln und Knoblauch im getrockneten oder konzentrierten Zustand von vielen schlecht vertragen. Histaminikus oder aber auch Histafood stellen histarminarme Alternativen her. Bleibt noch ein Wort zur Optik des Gerichts: Darüber kann man streiten, nicht aber über den Geschmack. Der ist großartig. Und, allen beiden war uns nach den Röstkarotten mit Sellerie-Püree warm ums Herz. Was will man mehr an diesen grauen Tagen.

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Röstkarotten auf Sellerie-Püree

Ein wärmendes, histaminarmes Rezept mit gerösteten Karotten (Möhren) und cremigem Sellerie-Topinambur-Püree.
Vorbereitungszeit10 Minuten
Zubereitungszeit40 Minuten
50 Minuten
Gericht: Hauptgericht
Küche: modern britisch
Keyword: glutenfrei, histaminarm, lektinfrei, vegetarisch
Servings: 2 Portionen
Calories: 380kcal

Zutaten

Wurzelgemüse

  • 8 Stück Karotten/Möhren (klein- bis mittelgroß)
  • 2 Stück Pastinaken
  • 6 Zehen Knoblauch
  • 2-4 Stück Rote Bete (rote Rüben) je nach Größe
  • 80 Gramm Ghee
  • Thymian, Meersalz (bei Verträglichkeit Rauchsalz)

Sellerie-Püree

  • 750 g Knollensellerie
  • 250 g Topinambur
  • 50 g Ghee/Olivenöl (vegane Version, AIP)
  • 200 ml Gemüsebrühe
  • Salz, Pippalipfeffer

Anleitungen

  • Backofen auf 200 °C Ober/Unterhitze vorheizen, Gemüse waschen und schälen.

Für das Püree

  • Sellerie und Topinambur in kleine Stücke schneiden. In eine Bratform geben. Ghee/Olivenöl (vegane Version, AIP) darüber verteilen, salzen. Ca. 30 Minuten ins Backrohr geben: das Gemüse sollte noch hell (goldbraun an den Rändern) sein und nicht knusprig angebraten. Vorsicht: Sellerie ist schneller gar, daher Topinambur in kleinere Stücke schneiden.

Für das Gemüse

  • Karotten und Pastinaken halbieren, und eventuell noch in Streifen schneiden, rote Rüben vierteln. Gemüse in eine Bratform geben, Knoblauchzehen mit der Schale zwischen die Karotten geben, Thymian zur roten Bete (rote Rübe) geben. Mit Ghee vermischen. Mit Salz – bei Verträglichkeit Rauchsalz – und Pippalipfeffer würzen. Das Gemüse braucht, je nach Größe, ca. 30 – 40 Minuten im Backofen.
  • Wenn der Sellerie-Topinambur-Mix weich ist – das kann man einfach mit einem Holz-Grillspieß testen, aus dem Backofen nehmen. Gemüsebrühe heiß machen. Gemüse mit einem Stabmixer und der Gemüsebrühe glatt pürieren, nachwürzen.
  • Optional: Pinienkerne in einem kleinen Topf anrösten, bis sie nussig duften, dann mit Salz vermengen und als Topping nutzen.

Notizen

Tipp: Püree auf eine Servierplatte verteilen, und das Ofengemüse darauflegen. Mit Kernen und grünen Kräutern bestreuen, und servieren.
Mag. Andrea Knura About Author

Mag. Andrea Knura ist Ernährungswissenschaftlerin, Journalistin, Berufsfotografin und Buchautorin. Sie studierte Ernährungswissenschaften und Italienisch an der Universität Wien und verbindet ihre wissenschaftliche Ausbildung mit langjähriger journalistischer und kulinarischer Arbeit. Zu ihren Schwerpunkten gehören Ernährung, Bio-Lebensmittel, regionale Lebensmittel und nachhaltige Ernährung. Für Autoimmun Lifestyle entwickelt sie Rezepte und Ernährungskonzepte für Menschen mit besonderen Ernährungsbedürfnissen, darunter glutenfreie, histaminarme und mastzellfreundliche Rezepte sowie Rezepte bei verschiedenen Lebensmittelunverträglichkeiten. Dabei verbindet sie ernährungswissenschaftliches Wissen mit praktischer Erfahrung und dem Anspruch, auch bei Einschränkungen genussvoll und alltagstauglich zu kochen. Als Herausgeberin des Genuss Guide Austria beschäftigt sie sich zudem intensiv mit der Qualität, Herkunft und Verarbeitung von Lebensmitteln.

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