Rezepte / Süsses

Kaiserschmarrn 2.0

Kaiserschmarrn in einer Metallpfanne mit kariertem Küchentuch

„Red keinen Schmarrn“, sag ich zu Papa B., als er mich am Ostersamstag von der Bahn abholt und erklärt: „Es gibt Kaiserschmarrn“. „Ich rede keinen Schmarrn“, grinst er „ich ess ihn lieber. Aber wie Deine Mutter den in glutenfrei hingekriegt hat, das frag mich nicht.“ Kurzer Einschub für alle, die sich jetzt gar nicht mehr auskennen: Schmarrn kannst Du in Österreich tatsächlich reden oder essen. Weil Schmarrn auch Unsinn reden heißt. Als Essen ist er naturgemäß besser. Als Kaiserschmarrn die Krönung. Und was soll ich sagen, Mama B.s war göttlich. Dieser Geschmack! Wie konnte ich den nur vergessen: Flaumig und süss auf der Zunge, einfach ein klassisches Seelenfutter. Weil ich weiß, ihr braucht auch Seelenfutter, habe ich das Rezept in der Minute aufgeschrieben. Den wenigen Zucker könnt ihn mit Erythrit ersetzen. Dazu müsst ihr nur wissen: Normaler Erythrit karamelisiert nicht. Das kann im Moment nur die braune Variante von Xucker.

Des Kaisers Leibspeise

Weil ich schon sehr auf Worte steh, google ich beim anschließenden Kaffee (wenn schon sündigen, dann ordentlich), noch die Herzkunft des kaiserlichen Schmarrns. Und was finde ich? Tatsächlich eine sehr nette Legende. Und zwar vom Kaiser Franz Josefschen Hofkoch Leopold. Der wollte sich bei den hohen Herrschaften mit einer neuen Komposition aus Omelettenteig und Zwetschgenröster beliebt machen. Die figurbewusste (wohl eher magersüchtige) Kaiserin Elisabeth soll das Gericht unangetastet zur Seite geschoben haben. Worauf der Kaiser einspringen musste, und den Lakai anwies: „Na geb er mir halt den Schmarren her, den unser Poldl da wieder z’sammkocht hat.“ Womit der Kaiserschmarrn geboren war.

Und dazu so?

Als Beilage zum Kaiserschmarrn essen viele Apfelmus. Manche auch Preiselbeeren. Ich bin da eher die klassische Schmauserin. Für mich kommt dazu nur eines in Frage: Der klassische Zwetschgenröster. Probiert ihn, und ihr wisst, warum. Dahinter steckt so eine Art Kompott aus Zwetschgen (Plaumen) fast ohne Wasser. Zu recht fragt ihr Euch jetzt, wie soll das gehen? Ich erkläre es Euch hier. Aber zuerst mal zum Kaiserschmarrn-Rezept.

Kaiserschmarrn 2.0

Das genialste glutenfreie Kaiserschmarrn-Rezept, das Dir immer schon gefehlt hat. Mama B. hat's erfunden.
Vorbereitungszeit20 Min.
Zubereitungszeit20 Min.
Gericht: Nachtisch, Paleo, Süsses
Land & Region: Österreich
Keyword: getreidefrei, glutenfrei, leicht adaptierbar, lektinfrei, milchfrei
Portionen: 2

Equipment

  • Pfanne

Zutaten

  • 4 Stück Eier oder 20 Wachteleier
  • 40 Gramm Maniokmehl
  • 1 EL Kristallzucker oder 2 EL Erythrit (in der zuckerfreien Variante)
  • etwas Vanille
  • Rosinen nach Belieben
  • 1/16 Liter Milch oder Pflanzendrink
  • Ghee zum Backen
  • Kristall- und Staubzucker oder Erythrit zum bestreuen (in der zuckerfreien Variante. Achtung: Herkömmlicher Eryhrit funktioniert, aber karamelisiert nicht. Dazu braucht es den braunen Erythrit Zucker von Xucker.

Anleitungen

  • Eier/Wachteleier trennen, Eiklar mit Zucker oder Erythrit steif schlagen.
  • Dotter, Vanille, Rosinen, Mehl unterheben und Milch/Pflanzendrink vorsichtig einrühren.
  • Zubereitung Variante 1: In einer 26 cm-Pfanne 1 EL Ghee erhitzen Teig eingießen. Bei kleiner Hitze, kurz anbacken, wenden, mit der Gabel in Stücke teilen. Noch mal kurz unter ständigem Wenden anbacken. Mit Kristallzucker oder Erythrit bestreuen und karamelisieren.
  • Zubereitung Variante 2: In einer 26 cm-Pfanne 1 EL Ghee erhitzen. Teig eingießen. Bei kleiner Hitze, 30 Sekunden kurz anbacken, dann im Rohr bei 200 Grad 15 Minuten ausbacken Herausnehmen, mit der Gabel zerteilen, mit Kristallzucker oder Erythrit bestreuen. Noch einmal kurz im Ofen karamelisieren.
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Journalistin, Hashimoto-Hero, Kochwunderwaffe, Achtsamkeits-Anfängerin

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