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Glutenfreie Kastaniengnocchi mit Salbei-Ghee

Glutenfreie Kastaniengnocchi mit Salbeibutter auf weißem Teller.

Italophil sein, kann so schön sein. Zum Beispiel, wenn man die dortige Landküche von oben nach unten und zurück kocht – histaminarm und glutenfrei, versteht sich. Den Start machen glutenfreie Kastaniengnocchi! Denn mit Maroni kann man nicht falsch liegen.

„Maroni kann man nicht nicht mögen“, hat Freundin A. mal zu mir gesagt. Und was hat sie? Recht. Seit Jahren bin ich verliebt in die histaminarmen Nussfrüchte der Esskastanie. Ich meine, süss und nussig, und das alles in dezent. Jahrelang begleiteten mich Beutel mit bereits gegarten Biomaroni das ganze Jahr über. Sie in meiner Tasche zu wissen, gab mir Sicherheit, nicht umzukippen, wenn der kleine Hunger kommt. Vor ein paar Jahren in Ligurien schließlich schmolz ich bei einem Stück lauwarmen Castagnaccio dahin. Tags drauf hatte ich ein Date mit Luigi, dem Chef-Patissier, und schwatzte ihm das Rezept des ältesten glutenfreien Kuchens Italiens ab. Womit sich der Kreis schließt. Denn glutenfreie Kastaniengnocchi stehen ihm geschmacklich um nichts nach.

Glutenfreie Kastaniengnocchi: Ein Rezept aus nur 7 Zutaten

Spätestens seit ich die „Italienische Landküche“ (Achtung kein rein glutenfreies Kochbuch!) von Antonio Carluccio und Gennaro Contaldo inhaliert habe, weiß ich das. Ihre Kastaniengnocchi klingen himmlisch. „Aber gehen die auch glutenfrei?“, war die Frage, die ich mir gestellt habe. Ja, tun sie.

Ein Strang Teig für glutenfreie Kastaniengnocchi.
Aus dem Teig werden Stränge geformt.

Ich habe das Rezept als Inspiration genommen, ein bisschen herumprobiert und es adaptiert. Im Original ist nämlich nicht nur Kastanien- sondern auch Weizenmehl enthalten. Doch bevor wir loslegen, noch eine kurze Werbeeinschaltung für Kastanienmehl. Warum ich es so liebe, obwohl es sauteuer ist: Kastanienmehl enthält viele komplexe Kohlenhydrate. Dadurch steigt der Blutzuckerspiegel langsam an und das Sättigungsgefühl bleibt lange erhalten. Zudem enthält es wertvolle B- und C-Vitamine, sowie einen hohen Anteil an Kalium.

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Der Unterschied zwischen weißfleischigen, lila und orangen Süsskartoffeln

Süßkartoffel ist nicht gleich Süßkartoffel. Orangefleischige Sorten punkten mit Carotinoiden, allen voran Beta-Carotin, während lila Süßkartoffeln Anthocyane und vergleichsweise hohe Mengen an anderen phenolischen Verbindungen liefern. In weißfleischigen Sorten finden sich dagegen deutlich weniger dieser farbgebenden sekundären Pflanzenstoffe. Untersuchungen, die verschiedenfarbige Sorten direkt miteinander verglichen haben, zeigen außerdem, dass sich nicht nur die Farbstoffe, sondern auch Zucker, Zuckeralkohole, Phenolsäuren und Flavonoide zwischen den Sorten unterscheiden.

Lila Süßkartoffeln punkten mit Anthocyanen

Spannend ist dabei die lila Süßkartoffel: Ihre Farbe stammt vor allem von Anthocyanen, darunter Cyanidin- und Peonidin-Derivate. Diese Pflanzenstoffe wirken als Antioxidantien und sind einer der Gründe, weshalb lila Sorten ernährungsphysiologisch besonders interessant sind. Auch die Zubereitung spielt eine Rolle: Untersuchungen zeigen, dass Kochen und Dämpfen die Anthocyanmenge teilweise besser erhalten können als Backen oder Braten. Für diese glutenfreien Kastanien-Gnocchi passen sie farblich nicht unbedingt, aber sie trotzdem in deine Ernährung einzubauen, ist kein Fehler.

Salbei ergänzt glutenfreie Kastaniengnocchi perfekt

Salbei punktet vor allem Vitamin C und Vitamin B3 sowie Mineralstoffen. In 100 g frischen Salbeiblättern finden sich unter anderem circa 260 mg Calcium, 170 mg Kalium, 70 mg Magnesium und 5 mg Eisen. Was aber am Wichtigsten an diesem Gericht ist: Es zu essen, das macht an einem kalten Wintertag für einen Moment richtig glücklich. Und genau das ist es, was Essen soll.

Glutenfreie Kastaniengnocchi mit Salbeibutter auf weißem Teller.
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5 von 2 Bewertungen

Kastaniengnocchi in Salbei-Ghee

Soulfood, wie es im Buche steht. Nach einer Inspiration von Antonio Carluccio und Gennaro Contaldo. Wärmend und nährend.
Vorbereitungszeit25 Minuten
Zubereitungszeit15 Minuten
Gesamtzeit40 Minuten
Gericht: Beilage, Hauptgericht
Küche: italienisch
Suchbegriff: glutenfrei, histaminarm, lektinfrei, vegan
Servings: 4 Portionen
Calories: 620kcal

Zutaten

  • 500 Gramm weißfleischige Süßkartoffeln Orange Süßkartoffeln gehen auch. Es ändert sich nur die Farbe.
  • 250 Gramm Kastanienmehl 
  • 50 Gramm Maniokmehl
  • 1 TL Salz
  • 100 Gramm Kokosöl fest (vegane Version) vegetarische Version: Ghee
  • 10-12 Salbeiblätter
  • etwas frisch geriebener Pippali

Anleitungen

  • Die Süßkartoffeln garen.
  • Die Kartoffeln noch warm schälen, und zerdrücken. Eine Kartoffelpresse hilft, braucht man aber bei Süßkartoffeln eigentlich nicht.
  • Alle weiteren Zutaten dazugeben, und rasch zu einem möglichst glatten Teig verkneten. Bitte nicht zu lange und zu viel kneten, weil die Gnocchi dank des Kastanienmehls dazu neigen, zäh zu werden.
  • Teigrollen formen (fingerdick), dann ca. 2 cm Gnocchi abschneiden. Mit den Zinken einer Gabel das Muster reindrücken.
  • Salzwasser zum Kochen bringen und die Gnocchi köcheln, bis sie nach oben steigen. mit einem Schöpfer herausnehmen, abstropfen lassen.
  • In einer großen Pfanne Ghee erhitzen, klein gehackte Salbeiblätter kurz drin anbraten, Gnocchi dazu geben und drin schwenken. Mit etwas Pippali servieren.

Notizen

  • Du kannst das Maniokmehl auch mit Hirsemehl ersetzen.
  • Gnocchi lassen sich problemlos roh einfrieren.
  • Pippali ist Langpfeffer, und histaminarm sowie mastzellstabilisierend.

Mag. Alexandra Binder About Author

Alexandra Binder ist Fachjournalistin für Human- und Veterinärmedizin mit rund 30 Jahren Berufserfahrung sowie einem Studium der Kommunikationswissenschaft. Sie veröffentlichte unter anderem in Medizin Populär und dem österreichischen Klinikguide. Als Gründerin von Autoimmun Lifestyle verbindet sie evidenzbasierte Medizin mit persönlicher Erfahrung rund um Autoimmunerkrankungen, Hashimoto-Thyreoiditis, MCAS, Histaminintoleranz und chronische Beschwerden. Ihr Schwerpunkt liegt darin, wissenschaftliche Studien verständlich einzuordnen und komplexe medizinische Zusammenhänge alltagsnah aufzubereiten. Ziel ihrer Arbeit ist es, Betroffenen fundierte, unabhängige und gut verständliche Gesundheitsinformationen zur Verfügung zu stellen.

3 Comments

  • Rosa
    7. November 2023 at 22:33

    5 Sterne
    einfach himmlisch!

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  • Melanie
    28. März 2024 at 20:54

    5 Sterne
    Fantastisch! 😋

    Reply

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