Du bist skeptisch, ob Bio bei Autoimmunerkrankungen wirklich die bessere Wahl ist? Hier bekommst du klare Antworten. Denn ja – ich weiß, Biolandwirtschaft sieht nicht immer so idyllisch aus wie auf diesem Bild. Aber beim Thema chronische Krankheiten lohnt sich ein genauer Blick.
Ich bin Bio-Fanatikerin der ersten Stunde. Das ist genetisch. Meine Oma war Bäuerin, und hat gesagt: „Wir haben immer Bio angebaut, aber es halt nicht so genannt. Dann kamen die Spritzmittel und der Kunstdünger, und damit die Krankheiten.“ Meine Oma war eine sehr kluge Frau, mit über 90 noch klar in der Birne, fiel sie mit 96 dann nach einem Häferl Kaffee um, und war tot. Die Frau hat zeitlebens bio gegessen, und war nie krank. Ich brauche nicht mehr Beweise dafür, Bio bei Autoimmunerkrankungen zu empfehlen.
Bio bei Autoimmunerkrankungen: Die gängigsten Gegenargumente
1. Bio-Produkte sind viel zu teuer
Das ist das Top-Argument gegen Bio. Wirtschaftswissenschaftler Tobias Gaugler sieht das anders. Er hat errechnet, wie viel Fleisch kosten müsste, wenn man die Umweltschäden der Tierhaltung einrechnet. Schließlich stammen geschätzte 23 Prozent der menschlichen Treibhausgasemissionen aus der Landwirtschaft. Mal abgesehen von Düngemitteln und Energiebedarf, die sich auch nicht in den Lebensmittelpreisen niederschlagen. Wie die Preise unter Einbezug dieser Tatsachen aussähen? Ganz anders. Bio schneidet dann besser ab als konventionell. Fleisch aus konventioneller Haltung müsste etwa um das Dreieinhalbfache steigen (Plus 258 Prozent). Auch Biofleisch müsste teurer werden, sagt der Forscher. Aber: “Der Preisunterschied zwischen Bio und konventionell würde sich deutlich verringern.” In den Berechnungen sind übrigens noch nicht mal die Folgen von Pflanzenschutzmitteln, multiresistenten Keimen oder Bodenerosion einbezogen. Würde man das tun? „Dann würden mehrere Biolebensmittel in Wahrheit sogar billiger sein, als konventionelle.”
2. Bio, das kontrolliert doch eh keiner!
Falsch. Bei jedem Biounternehmen steht mindestens einmal im Jahr der Kontrolleur vor der Tür. Er kontrolliert umfassend. Vom Acker bis zum Stall und den Betriebsmitteln. Aber nicht nur das. Prüfungen gibt es entlang der gesamten Wertschöpfungskette, sagt Bio-Experte Otto Gasselich. Will heißen: Jeder Schritt wird kontrolliert. Im Falle eines Weckerls etwa der Getreide-Aufkäufer, die Mühle und der Bäcker. Die Kontrolle behält man unter anderem mit Hilfe eines stetigen Mengenabgleichs. Alle Beteiligten müssen zertifiziert sein. Gasselich spricht von einem “Schweif an Kontrollen” und “unglaublichem Aufwand”, der sich am Ende aber lohnt. Nur für Bio-Produkte gibt es diese systematische Prozesskontrolle. Remember: Gerade bei Autoimmunerkrankungen spielt es eine wichtige Rolle, unnötige Umweltgifte zu vermeiden. Daher ist die Frage, ob Bio wirklich besser kontrolliert ist, auch unter dem Aspekt Bio bei Autoimmunerkrankungen zentral. Die Antwort lautet: Ja. Lies dazu auch gern das ganze Interview mit dem Bio-Experten Otto Gasselich.
3. Die Haltung von Biotieren ist auch nicht besser!
Doch ist sie. “Tatsächlich hält ein Biobauer im Prinzip nur so viele Tiere, wie er mit Futter vom eigenen Betrieb ernähren kann. Diese flächenbezogene Tierhaltung sichert die Ernährung der Tiere und verhindert eine Überdüngung der Felder”, sagt das Umweltbundesamt. Zudem müssen alle Nutztiere Zugang zu Weiden oder Freigelände haben. Und auch was den Stallbau betrifft, gibt es Vorschriften zur tiergerechten Haltung.
Puten: konventionelle vs. Biohaltung
Nehmen wir die Puten von Biobäuerin Claudia Hoffarth. “Sie leben in einem geräumigen Stall mit Stroh und Sitzstangen. Zusätzlich bewegen sie sich auf der Wiese frei und haben Schutzhütten und Bäume als Unterschlupf. Gerne fressen sie Gras oder picken nach Insekten. Schnabel kürzen ist in der Bio-Haltung übrigens verboten. Die Puten genießen die Bewegung.” In der konventionellen Haltung hält man sie geschlechtergetrennt zu mehreren Tausend in großen Hallen. Ohne Auslauf. Weil sie kaum Platz haben, ist das Gedränge groß. Meist liegen sie auf vollgekotetem Boden. Und jetzt bitte noch mal mein Credo Wort für Wort lesen: Bio bei Autoimmunerkrankungen ist nicht die bessere, sondern die einzige Wahl.
4. Biolebensmittel sind auch nicht gesünder!
Wer mit einer Autoimmunerkrankung lebt, reagiert oft empfindlicher auf Pestizide oder Zusatzstoffe. Deshalb lohnt sich der Blick auf Studien, die sich mit dem Zusammenhang von Autoimmun & Bio beschäftigen. Ja, es gibt welche, die zeigen, dass Bio-Obst und Bio-Gemüse wesentlich mehr gesundheitsfördernde sekundäre Pflanzenstoffe haben als konventionelles Obst und Gemüse. Und es gibt Studien, die keine signifikanten Unterschiede feststellen. Ein Unterschied ist jedoch unumstritten, sagt die deutsche Bioexpertin Elke Röder:
“Konventionelles Obst und Gemüse ist 100-mal mehr mit chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln, wie zum Beispiel Glyphosat, belastet. Glyphosat schadet nicht nur Bienen. Es ist laut einer Studie der WHO wahrscheinlich krebserregend.” (Elke Röder, Bioexpertin)
Skeptiker werfen ein, dass aber die in der konventionellen Landwirtschaft eingesetzten Pestizide ins Grundwasser sickern oder mit dem Wind auch auf Ökofelder geweht werden. Und dass es sowieso keine 100-prozentige Freiheit von Kontaminationen gibt? Stimmt, deshalb gibt es bei Biolebensmitteln zusätzliche Prozesskontrollen. “Die Kontrollen sind engmaschig.” Mal ehrlich: untermauert das alleinemeine Aufforderung „Iss Bio bei Autoimmunerkrankungen“ nicht schon genug? Nein? Dann erinnern wir uns jetzt an Jenkes Experiment. Dasjenige bei dem der investigative Journalist 14 Tage nur pestizidbelastete Lebensmittel gegessen hat? Schau es dir an!
5. Mit Bio kann man die Welt nicht ernähren!
Tatsächlich ist die konventionelle Landwirtschaft zwar hoch produktiv, hat aber die Ernährungskrise nicht verhindern können. “Sie schädigt die Ernährungsgrundlagen – Biodiversität, Bodenfruchtbarkeit, Klima, Meeres-Ökosysteme – und übernutzt endliche Ressourcen wie zum Beispiel Energie oder Phosphat. Die Entwicklung eines neuen Landwirtschaft- und Ernährungssystems ist deshalb unabdingbar”, sagt der Agrarwissenschaftler Felix Prinz zu Löwenstein. Er meint, der ökologische Landbau diene sehr wohl dafür als Leitbild: “Eine Berkeley-Studie offenbart, dass er gerade dort, wo Hunger herrscht, hoch produktiv ist. Praxisbeispiele belegen das ebenso wie die Gesamtumstellung von drei indischen Bundesstaaten auf agrarökologische Landwirtschaft.” Würden wir den Fleischverbrauch auf ein gesundheitsverträgliches Maß reduzieren, Lebensmittelverschwendung und Nachernteverluste vermindern und den Acker nicht als Treibstoffquelle missbrauchen, könne man damit heute schon ausreichend Nahrung für eine wachsende Weltbevölkerung erzeugen. Löwenstein ist überzeugt: “Dass bis jetzt nur minimale Anteile an Forschungsmitteln dafür investiert wurden, zeigt, wie viel Weiterentwicklung noch möglich ist!”
Bio bei Autoimmunerkrankungen: Das Fazit
Wenn du an einer Autoimmunerkrankung leidest, kann es ein Gamechanger sein, sich biologisch zu ernähren. Das Thema Bio bei Autoimmunerkrankungen ist definitiv mehr als nur ein Trend. Du musst nicht von heute auf morgen alles auf Bio umstellen. Aber schau bewußter hin – und auch mal genauer aufs Kleingedruckte bei Lebensmitteln. Weniger Pestizide, strengere Kontrollen und mehr Transparenz können langfristig einen Unterschied machen – nicht nur für die Umwelt, sondern auch für dein Immunsystem.

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