Alltägliches

Kolumne: Missionarsstellung

Mann in Missionarsstellung beim Einkauf

Nicht ins missionarische Lager zu überstellen, ist zwischenzeitlich ganz schön schwer. Dauernd muss ich mich am Riemen reißen, um nicht in eine Missionarsstellung zu geraten. Letztens wollte ich sogar fast einen Wildfremden mit meinem Wissen über Lebensmittel belasten. Belasten trifft’s. Was zu wissen, führt nämlich nicht nur dazu, dass es einem vergeht. Es belastet auch. Und diese Last will ich offenbar weitergeben. Was in meinem Fall heißt: Ein bisserl zwänglerisch zu beobachten, was der Rest der Menschheit so an verwerflichem in sein Einkaufswagerl schmeißt. Und sich dann (noch) voll zurückzuhalten und ihn nicht beherzt anpöbeln. Das ist nicht ganz lustig. Na ja gut, manchmal schon.

Dann z.B. wenn es sich beim Rest der Menschheit um Männer handelt. Gib dem Affen Zucker, Zusatzstoffe und Fett und ertränke das Ganze dann in billigem Fusel, sag ich nur. . . womit wir die Klischees auch bedient hätten. Noch hält der Riemen. Noch habe ich keinen außer Euch angeödet mit einem Vortrag über nährende Nahrung und die böse Industrie, die alles andere außer die verklopft. Aber das Pulverfass brodelt. Wobei auch ein bissel Neid an der Brodelei schuld ist, muss ich sagen. Auf die, die noch unbedarft zugreifen, es sich schmecken lassen und nicht dauernd in Missionarsstellung gehen. Mahlzeit allerseits.

Wenn Du eine weitere Kolumne lesen willst, wie wäre es mit „Kunst kommt von künstlich“.

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Journalistin, Hashimoto-Hero, Kochwunderwaffe, Achtsamkeits-Anfängerin

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