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„Very Berry“ Heidelbeer-Kuchen

Heidelbeerkuchen

Warum nicht neue Rituale etablieren? Das des sonntäglichen Heidelbeerkuchens wäre ein schönes Beispiel. Seelenstreichler gehen ja immer. Weil Zucker aber nicht die beste Idee ist, habe ich mich an meinen ersten zuckerfreien Low Carb Kuchen gewagt. Bisher habe ich nämlich immer nur einen Teil des Zuckers durch Erythrit getauscht. Was soll ich sagen, es war eine gute Entscheidung. In zehn Minuten war er im Ofen, der Heidelbeerkuchen, und wurde selbst vom passionierten Frühstückskuchenessermann äußerst wohlwollend aufgenommen. Zu einem „Schmeckt wie ein gutes Biskuit“ ließ er sich sogar hinreißen. Allerdings musste er dem Kuchen eine Banane nachschieben. Was natürlich nicht wegen des fehlenden Zuckers geschah, sondern: „Weil Bananen ein sehr nahrhaftes Lebensmittel sind.“ Das sind wilde Heidelbeeren übrigens auch. Und sie sind die eigentlichen Stars dieses Kuchens.

Wildheidelbeeren sind wahre Nährstoffbomben

Der Gehalt an Nährstoffen in der kleinen Waldheidelbeere ist enorm – vor allem im Vergleich mit der meist größeren Kulturheidelbeere. Seit über 10.000 Jahren wachsen die tief dunkelblauen Früchte in unseren Wäldern. Ich kann mich noch erinnern, sie als Kind Literweise gepflückt und verkauft zu haben. Irgendwie mussten wir ja unser Taschengeld aufbessern. Die Unterschiede der Kulturheidelbeere zur wilden Variante zeigen sich besonders im Mangan- und Antioxidantiengehalt.

ManganKulturvariante: 0,2mgwilde Variante: 4mg
Antioxidantien (ORAC)Kulturvariante: 4669wilde Variante 9621

Auch Folsäure ist in wilden Heidelbeeren in nennenswerter Menge enthalten. Greift daher öfter zu wilden Heidelbeeren, wenn ihr einen Kinderwunsch habt. Sonst noch was? Klar: Gerbstoffe, Pektine und Anthocyane. Pektine lindern Durchfall. Sie wirken wie Ballaststoffe.

Anthocyane für’s gesunde, jugendliche Altern

Insbesondere interessant sind aber die Anthocyane, die zu den Pflanzenfarbstoffen gehören und für die tiefblauschwarze Farbe verantwortlich sind. Die medizinische Forschung anerkennt bereits ihre antioxidantive Wirkung. Will heißen, sie schützen unsere Zellen vor sogenannten freien Radikalen. Diese Sauerstoffverbindungen entstehen durch biochemische Prozesse im Körper und stehen im Verdacht, Krebserkrankungen auszulösen und Alterserscheinungen zu beschleunigen. Was können sie sonst noch? Sie beugen Arteriosklerose vor, verlangsamen die Blutgerinnung und verhindern so Thrombosen. Da wilde Heidebeeren den Abbau bestimmter Botenstoffe zwischen den Nervenzellen verlangsamen, sorgen sie auch für ein besseres Gedächtnis

Heidelbeeren schlagen Himbeeren um Längen

Um zu verdeutlichen wovon wir sprechen und warum ich den Heidelbeerkuchen mit der wilden Variante so liebe: 100 g frische Beeren enthalten bis zu 438 mg Anthocyane und damit fast doppelt so viel wie Himbeeren (bis zu 230 mg). Die noch dazu bei Histamin Problemen kontraproduktiv sind. Bleiben noch die Gerbstoffe. Die haben eine adstringierende Wirkung (zusammenziehend) und sind in getrockneter Form mein Durchfallmittel Nr. 1. Aber das ist eine andere Geschichte.

Very Berry Kuchen

Ein Biskuit ähnlicher Kuchen, der easy gemacht ist. Dank der verwendeten wilden Heidelbeeren ist er außerdem mehr Medizin als Kuchen und zudem Low Carb und zuckerfrei. Glutenfrei sowieso. Agar Agar steht bei Sighi-Liste (Histamin-Bibel) auf 1, ebenso Mandeln. Ich habe beides immer problemlos vertragen. Bitte testet das dennoch bei Euch aus. Ich koche histaminarm, also nur mit Lebensmitteln die 0/1 haben.
Gericht: Kuchen
Land & Region: Österreich
Keyword: glutenfrei, leicht adaptierbar, nussfrei, zuckerfrei

Zutaten

  • 100 ml Ml flüssiges Kokosöl
  • 60 Gramm Erythrit
  • 160 Gramm Mandelmehl, nicht entölt oder gemahlene Mandeln
  • 20 Gramm Kokosmehl
  • 20 Gramm Maniokmehl
  • 1,5 TL Natron
  • 1/2 TL Agar Agar
  • 1 Prise Salz
  • 1 TL Zimt
  • 3 Eier/12-14 Wachteleier
  • 200 ML Mandelmilch ungesüßt
  • 30 Gramm gehobelte Mandeln
  • 130 Gramm gefrorene Wildheidelbeeren

Anleitungen

  • Backofen auf180 °C Ober- und Unterhitze vorheizen.
  • Alle Zutaten – bis auf gehobelte Mandeln und Heidelbeeren – in eine Schüssel geben und gut verrühren.
  • Anschließend die gehobelten Mandeln zum Teig geben und unterrühren
  • Backform ggf. leicht ausfetten oder mit Backpapier auslegen.
  • Teig in die Backform füllen und gleichmäßig verteilen.
  • Heidelbeeren darüber streuen und leicht andrücken.
  • Backform auf der mittleren Stufe für ca. 65 Minuten im Backofen backen lassen.
  • Herausnehmen, abkühlen lassen und mit etwas Pudererythrit bestäuben.
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Journalistin, Hashimoto-Hero, Kochwunderwaffe, Achtsamkeits-Anfängerin

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